Milford Sound

Milford, 19. November 2019 (Dienstag)

Es regnete viel heute Nacht. Und als es hell wurde, zeigte sich noch mehr Schnee auf den Bergen. Es war sehr schön, mit dem Blick auf den Fluß und die Wasserfälle hier aufzuwachen.

Beim Frühstück gab es ein Update: Die Straße nach Te Anau bleibt heute noch den ganzen Tag gesperrt, wir kommen nicht wie geplant raus. Aber es gibt wirklich sehr viel schlimmere Orte und Quartiere, wo man festsitzen könnte. Also machen wir das Beste daraus.

Als erstes stand eine Fahrt auf dem Milford Sound auf dem Programm. Es war sehr schlechte Sicht, aber es hat sich doch gelohnt.

Milford Sound.

Der Milford Sound ist kürzer als der Doubtful Sound und hat auch nicht so viele Seitenarme. Aber er ist auf seine eigene Weise wunderschön. Aufgrund des Regens gab es besonders viele spektakuläre Wasserfälle, mit und ohne Namen. Die Wasserfälle, die sich spontan bilden, haben nämlich keine offiziellen Namen. Da würde man ja nicht hinterher kommen. Jeder kann daher solche Wasserfälle benennen, wie er will, wovon ich ausgiebig Gebrauch machte.

Wasserfälle.
Nebel im Milford Sound.
Wasser von allen Seiten.
Und Regenwald.
Milford Sound.
Wasserfälle.

Wir sahen zwei Yellow Crested Penguins und auch einige Robben. Eine hatte besonders schöne Barthaare.

Robben auf den Felsen.

Die Fahrt dauerte zwei Stunden und war sehr unterhaltsam. Trotz der schlechten Sicht hat es sich gelohnt und war in diesem Wetter ganz besonders stimmungsvoll.

Regenbogen über dem Milford Sound.
Milford Sound.
Wasserfall.
Blick vom Ufer zurück in den Milford Sound.
Neuseeländischer Flachs.

Anschließend machten wir einen kleinen Spaziergang auf einem Weg am Strand mit vielen Erklärungsschildern. Danach sollte es eigentlich Lunch im Cafe geben, das aber trotz vorheriger Nachfrage geschlossen war, so dass wir doch wieder in unserer Unterkunft einkehrten.

Nach dem Lunch gab es die Option für eine Wanderung durch das Tutoko Valley. Obwohl es immer noch in Strömen regnete, hatte ich das Bedürfnis nach Bewegung. Der Wald, durch den wir schlidderten, war wunderschön. Nur eben das viele Wasser war dem vollständigen Genuss doch etwas hinderlich. Es war ein Weg, den man zurück gehen musste. Auf dem Rückweg hatten sich die Wasserlöcher dann schon erstaunlich weiter gefüllt. Ich kann jetzt gut verstehen, dass man in solchem Wetter zunehmend Probleme bei Flußüberquerungen bekommt. Von dieser Wanderung gibt es keine Fotos, da es zu nass war, um die Kamera überhaupt mitzunehmen.

Zurück in der Unterkunft breitete ich alles zum Trocknen aus, warf die Elektroheizung an und ging duschen.

Blick aus dem Fenster der Unterkunft.
Neuschnee über Nacht.
Weg am Fluß entlang.

In Milford gibt es Internet nur über Satellit (gegen ein kleines Entgelt). Der Strom wird von einem eigenen Wasserkraftwerk erzeugt. Das Dorf ist somit stromtechnisch autark. An Tagen wie diesen, an denen die Straße gesperrt ist, kommen keine Touristen hierher. Höchstens die Leute, die über den Milford Track kommen, stoßen dazu. Also wird es heute ein schlechtes Geschäft für die Schifffahrt hier im Milford Sound werden. Nach unserer Morgenrunde haben sie wahrscheinlich keine weiteren Fahrten mehr gemacht. Unsere Führerin erzählte, dass die Straße in dieser Saison bereits ein weiteres Mal gesperrt war, so dass sie mit den Gästen festsaß. In den Jahren zuvor sei das noch nie vorgekommen. Die Straße wird voraussichtlich morgen Nachmittag wieder frei gegeben. So hoffen wir, dass wir morgen weiter reisen können.

Der Milford Sound hat übrigens an der Seite der Tasmanischen See eine sehr enge Einfahrt, so dass Captain Cook ihn zwei Mal verpasst hat. Entdeckt wurde er erst 1823 von John Grono, einem Waliser, der dort vor einem Sturm Zuflucht fand und den Fiord nach seiner Heimatstadt, Milford Haven, benannte.