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Rückreise

Inzwischen bin ich wieder gut zu Hause gelandet. Die Rückreise zeichnete sich erneut durch Bahnchaos aus.

Daher will ich hier nur die schöne Morgenstimmung an meinem Abreisetag festhalten.

Morgenstimmung.
Die Fähre kommt.
Bis zum nächsten Mal!

Friesenmuseum und Rundgang durch Wyk

Heute bin ich nach dem Frühstück am Strand entlang

Wieder Nebel am Strand.
Und es werden schon die Körbe abgeholt.
Watt.

und durch den Stadtwald zur Post gelaufen und habe schon mal einen Teil meiner Sachen per Paket nach Hause geschickt, damit ich morgen nicht so viel schleppen muss. Außerdem habe ich ja noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft.

Eingang zum Friesenmuseum.

Danach war ich im Friesenmuseum, wo es gerade die Sonderausstellung „Sommerfrische und Naturidyll“ gibt. Diese zeigt Fotos aus Wyk um 1900. Es sind sowohl Einheimische und Touristen abgelichtet als auch Szenen aus Wyk, zum Beispiel vom damaligen Baden sowie ein paar Landaufnahmen, die offenbar als besonders idyllisch empfunden wurden. Ein Foto zeigte drei Friesinnen bei der Getreideernte und sollte offenbar die Ansprüche des Städtischen Publikums erfüllen, da solche Motive dann gern in Prospekten oder auch für Postkarten genutzt wurde. Die älteste der Frauen schaut überhaupt nicht auf, sondern arbeitet weiter. Die Frau in der Mitte schaut direkt in die Kamera und das Gesicht der Frau daneben ist kaum zu sehen, weil sie sich ein Tuch vor das Gesicht gebunden hatte. Die Getreideernte war nämlich überhaupt nicht idyllisch, sondern sehr anstrengend, und es staubte fürchterlich, was man alles ungefiltert einatmete.

Ich finde diese alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen immer sehr faszinierend, denn sie haben eine unheimlich großes Detailtiefe. Die alten Fotos sahen sogar auf DIN A3 und noch größer aufgeblasen wunderbar aus. Wenn man bedenkt, dass die Bilder meiner bisherige Kamera im Prinzip von den Anforderungen an die Größe nicht mal mehr für den Fotowettbewerb auf Arbeit ausreichten…

Vom Museum bin ich durch Wyk und das Gewerbegebiet noch zum Schöpfwerk gelaufen, über den Deich und am Hafen entlang. Der Yachthafen war noch gut besetzt.

Meine Lieblingsfrösche im Schaufenster.
Am Deich beim Schöpfwerk.
Nordsee.
Im Yachthafen.
Bepflanzung am Hafen.

Nach dem Hafen besuchte ich den Park an der Mühle. Dieser wurde von Freiwilligen angelegt und wird noch immer von einer Gruppe inspirierter Gärtner gepflegt. Dieser Park ist eine Oase, ein Ruhepol und zu jeder Jahreszeit schön.

Park an der Mühle.
Der Herbst ist da.
Brunnen im Park an der Mühle.
Apfelbaum.
Blick in den Park an der Mühle.

An der Strandpromenade ging es dann zurück zum Hotel, wo ich ein paar sehr entspannte Stunden in der Sauna verbrachte.

Seebrücke.
Die letzten Mohikaner.
Strandkörbe in Zwiesprache.
Mein Lieblingsleuchtturm Ölhorn.
Blick aufs Watt.

Das Wetter ist heute bedeckt, aber nicht nass, und es gibt endlich mal ein wenig Wind. Gerade geht das Wasser zurück und es sieht etwas heller aus. Mal sehen, ob ich nachher noch einen Abendspaziergang mache.

Die Tage hier haben sich wieder einmal gelohnt, auch wenn der Besuch nur kurz war. Aber ich habe viel am Meer gesessen, mit der Kamera, mit einem Snack, mit dem Strickzeug. Durch die Aussicht vom Hotel mit Meerblick zählt auch die Zeit im Zimmer als Sitzen am Meer, finde ich. Und beim Frühstück sowieso. Föhr geht immer. Bis zum nächsten Mal.

Museum Kunst der Westküste

Nach dem sehr reichhaltigen Frühstück im Hotel bin dann nach Alkersum zum Museum Kunst der Westküste gelaufen. Ich war so voll vom Essen, dass ich mich dringend bewegen musste.

Auf dem Weg nach Alkersum.

Ich bin dabei heute Wege gegangen, die ich hier noch nie gegangen bin, was nach so vielen Föhr-Aufenthalten schon erstaunlich ist. Zusätzlich habe ich ein Denkmal für einen dänischen König entdeckt, angesichts eines Kuraufenthaltes vor anno Knopf.

Königsdenkmal.
Denkmal für den dänischen König.

Das Museum Kunst der Westküste feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. Daher sind derzeit (noch bis zum 12. Januar 2020) Meisterwerke zu sehen, was wirklich sehr eindrucksvoll ist.

Museum Kunst der Westküste.

Das Museum beschäftigt sich ja mit dem Thema „Meer & Küste“ im Landschaftsraum entlang der Nordseeküste (Norwegen, Dänemark, Deutschland und Niederlande). Es waren viele Leihgaben dabei, unter anderem auch Berlin. Die Ausstellung hat großen Spaß gemacht. Es waren einige Bilder dabei, die ich schon von früheren Besuchen kannte oder die als Postkarte des Museums gerne von mir verschickt werden. Oben in der Galerie gab es zeitgenössische Fotoausstellungen, die etwas durchwachsen waren.

Dorfplatz in Alkersum.
Mit Brunnen.
Haus gegenüber der Bushaltestelle.

Da es mittlerweile ein wenig nieselte, bin ich mit dem Bus zurück nach Wyk gefahren, bis zum Hafen. Von dort ist man ja gleich in der „Innenstadt“ mit den vielen Geschäften, wo ich noch einiges erledigt habe. Dabei habe ich mir Barfußschuhe gekauft. Ich hoffe, die helfen gegen die sporadisch auftretenden Schmerzen in den Füßen. Ich werde sie aber wahrscheinlich lieber mit der Post nach Hause schicken, weil ich hier ja nur mit Rucksack bin und der schon auf dem Herweg ausreichend voll war.

Nun genieße ich den Blick aufs Meer und in die Weite. Es ist heute bewölkt, aber absolut windstill. Das Meer war vorhin, als es noch da war, spiegelglatt. So wirkt es ein wenig unwirklich und gerade verschwimmen die unterschiedlichen Blau- und Grautöne ineinander. Es war wieder ein wunderbarer Tag.

Halbe Inselumrundung

Irgendwie gibt es kein richtiges Wort für diese wichtige Föhr-Tradition. Wir machen in jedem Urlaub gern eine Inselumrundung. Da das ingesamt um die 40 km sind, schafft man das in einem Rutsch eigentlich nur mit dem Fahrrad. Zu Fuß machen wir den Inselrundgang in zwei Teilen. Und manchmal schaffen wir nur einen Teil, weil das Wetter nicht weiter mitspielt oder die Zeit nicht reicht. Eine Inselumhalbung also. Aber dieses Wort fehlt bisher unerklärlicherweise im Duden.

Dieses Mal bin ich ja alleine hier auf Föhr, was mich aber eher noch mehr verpflichtet hat, die Tradition einzuhalten.

Nach einem morgendlichen Schwimmen im Hotelpool (ich war seit einem Jahr nicht mehr schwimmen, dafür werden ganz besondere Muskeln gebraucht…) und einem guten Frühstück ging es los. Der Bus brachte mich nach Dunsum. Bus fahren ist auf Föhr etwas ganz besonderes. Das geht schon damit los, dass der Fahrer ausgesprochen freundlich ist und auch gerne ein paar Worte wechselt. Die Fahrten gehen dann in die eine oder andere Richtung mehr oder weniger rund Föhr. Bis Nieblum war ich der einzige Fahrgast im Bus. Da wir so gut durchkamen, störte es die Einhaltung des Fahrplanes überhaupt nicht, dass der Busfahrer gegenüber von Bäcker Hansen in Nieblum hielt, heraussprang und sich sein Frühstück (und offenbar Abendessen) besorgte. Über die Dörfer ging es dann weiter bis Dunsum. Der Fahrer ließ mich nicht etwa an der Bushaltestelle ein Stückchen weiter vorn raus, sondern an der Ecke zum Deichparkplatz. Und dann stellte er sich auch noch so blockierend auf die Fahrbahn, dass ich diese sicher vor ihm überqueren konnte. Ich war sehr beeindruckt.

Nebel auf dem Weg zum Deich.

Es herrschte dicker Nebel, so dass ich oben vom Deich außer ein paar Schafen nichts sehen konnte. Schon gar nicht Amrum. Das bliebt heute im Dunst verborgen. Los ging es dann gegen den Uhrzeigersinn (das wäre gar nichts für die Shetländer) in Richtung Utersum, das ich auch schnell erreichte.

Nebelschafe.
Deichwache.
Dahinten ist Amrum – ganz bestimmt!
Blick vom Deich.
Utersum in Sicht.
Dünen bei Utersum.

In Utersum endet der Deichweg. Man kann aber wunderbar am Strand entland laufen. Es war kurz nach Hochwasser, so wurde nach und nach ein weiterer Streifen fester, nasser Sand zum Laufen frei. Heute ist mir der viele Seetang aufgefallen und unheimlich viele angespülte Muschelschalen. Es gab auch viele Seevögel, vor allem auf dem Wasser rastende Gänse. Sie sammeln sich dort für den Herbstzug.

Strand bei Utersum.
Immer am Wasser lang.
Schönes Licht.

An der Godelniederung ging ich dann landeinwärts. Anders geht es wegen der Sperrung auch nicht, ist ja auch richtig so. Auf den WIesen dort gab es eine Kunstinstallation zu Moving Landscapes, die ich aber nicht verstanden habe. Der einzig lustige Teil waren halbkreisförmige Stahlstreifen, unter die man sich drunter legen sollte. In diesem Schleifen war eine Art Drehorgel angebracht, mit der man eine Melodie abspielen konnte. Das klang in der großen Weite von Strand und Meer unter dem nebelverhangenen Himmel sehr sphärisch und stimmungsvoll. Ich habe die Drehorgel aber einfach im Sitzen bedient, ich wollte nicht überall Sand haben…

Godelniederung.
Über die Godel.

Nach der Godelniederung ging es dann wieder am Strand entlang bis zum Goting Kliff, wo ich eine kleine Pause im Strandkorb einlegte. Die sind derzeit schon wieder größtenteils frei gegeben, was natürlich sehr praktisch ist. Dann schaffte ich den letzten Teil bis zum Wyker Südstrand in einem Rutsch.

Blick nach Hedehusum.
Bei Nieblum.

Das Wetter wurde immer besser, und als ich zurück im Hotel war, riss der Himmel endgültig auf. Die Sonne strahlte vom Himmel, als wäre nix gewesen. Also brachte ich nur den Rucksack hoch, schnappte mir Hörbuch und Strickzeug, und dann ging es ab in den nächsten Strandkorb. Ich bin nun extra nur zum Blogschreiben wieder hoch gekommen. Den Rest des Nachmittags genoß ich im Balkon, wobei ich mich von den Geräusch-Emissionen des Nachbarn habe überhaupt nicht stören lassen.

Und zurück am Südstrand.

Abends bin ich noch ins wunderbare kleine Kino am Sandwall gegangen. Es wurde „Gloria – Das Leben wartet nicht“ mit Julianne Moore gezeigt. Der Film war so mittelprächtig. Vielleicht war ich auch nur durch den Life-Kommentar von den beiden Damen aus der letzten Reihe irritiert. Der beinhaltete sogar eine Zusammenfassung des wegen einer Toilettenpause verpassten Inhalts… und eine Aufklärung, dass das jetzt ein Joint ist, was die Gloria da raucht. Offenbar waren die ständigen Erläuterungen also dringend notwendig.

Im Dunkeln ging es dann am Strand zurück ins Hotel. Ein wunderschöner Tag.

Insgesamt sitzt man viel zu wenig am Meer

Das stimmt. Um diesen Mangel auszugleichen, bin ich heute nach Föhr aufgebrochen.

Das war eine Fahrt auf Umwegen. Mit der Bahn ist es ja immer ein wenig abenteuerlich. Die Fahrt habe ich im Juli gebucht. Schon vorletzte Woche erhielt ich von der Bahn einen Verspätungsalarm. Das ist eine E-Mail, in welcher die Bahn einen darüber informiert, dass mit der gebuchten Verbindung etwas nicht stimmt. Was genau, sagen sie einem nicht. Statt dessen erhält man einen Link, über den einem dann alle möglichen Verbindungen angezeigt werden. Schlauer ist man dadurch leider nicht.

Ich rief daher bei der Hotline der Bahn an. Meinen Zug (welchen von den dreien?) gäbe es so nun nicht mehr, weshalb ich auf eine andere Zugverbindung ausweichen müsse. Das sei alles kein Problem mit dem Sparpreis, der würde dann trotzdem für andere Züge gelten. Ich entscheid mich dann für einen Zug um 07:24 Uhr statt um 06:58 Uhr. So viel Unterschied war das vorne nicht, aber für die Ankunft auf Föhr schon. Nun gut, nicht zu ändern, dachte ich.

Mein lieber Mann hat mich dann netterweise heute früh zum Bahnhof gebracht und wir waren rein zufällig so zeitig dran, dass ich sicherheitshalber noch einmal auf der Infotafel nach meinem eigentlichen Zug schaute. Der fuhr! Und zwar so gut wie jetzt! Also im Galopp hoch, runter zum Bahnsteig und rein in den Zug.

Ich fragte die Schaffnerin später, ob denn irgendwas mit dem Zug sei. Davon sei ihr nichts bekannt. Möglicherweise gebe es einen Fehler in der Datenbank. Na wunderbar. Da hätte ich doch echt ein Problem gehabt, wenn ich mich auf die Aussage der Bahn verlassen hätte. Zum Hohn gab es noch einen weiteren Verspätungsalarm, als ich schon im Zug saß.

In Hamburg sprengte n dann mehrere Schulklassen den Regio nach Sylt mit ihrer Klassenreise. Der Zug war überfüllt und durfte nicht abfahren. Die Bundespolizei musste erst für Ordnung sorgen und andere Reisende zum Aussteigen überreden. Mit einer halben Stunde Verspätung ging es dann los. Über diese Zugfahrt möchte ich im übrigen kein weiteres Wort verlieren, damit sie schnell wieder aus meinem Gedächtnis verschwindet.

In Niebüll wartete der Zug der neg auf uns, was sehr nett war. Allerdings ging die anschließende Fähre direkt nach Amrum, so dass ich doch auf die nächste um 14:05 Uhr warten musste. Aber gut, das war nun eine leichte Übung, in der Sonne auf einer Bank zu sitzen.

Die Überfahrt war ruhig und ereignislos, wie sich das gehört. Auf Föhr angekommen lief ich am Strand entlang zum Hotel am Südstrand. Sehr nett. Ich habe Glück und habe doch ein Zimmer mit Balkon bekommen – und natürlich mit Meerblick. Denn auch auf dem Balkon sitzen zählt bei dieser tollen Aussicht als am Meer sitzen.

Blaue Stunde am Südstrand

Dann unternahm ich noch eine Einkaufsrunde und freue mich nun über die Stille. Das Meer ist fahlblau, die Sonne ist schon untergegangen. Himmel und Meer verschwimmen ineinander, eine der letzten Fähren fährt vorbei. Sehr friedlich.

Auf Föhr ist noch alles so wie immer. Hier und da wird gebaut. Der Laden am Sandwall, der seit gefühlt zwei Jahren Ausverkauf betrieben hat, ist nun wirklich weg. Aber ansonsten schön, dass es im Leben ab und an auch mal eine Konstante gibt.

Föhr – wie immer und für immer!