Workshop bei Edel MacBride

Heute hatten wir einen großartigen Workshop bei der irischen Designerin Edel MacBride in Stranorlar.

Edel überträgt die traditionellen Aran-Muster in moderne Formen und moderne Kleidungsstücke, ohne dass die Muster an ihrer Schönheit verlieren. Sie ist nicht nur Designerin, sondern unterrichtet auch, was man gleich merkt. Ihre Herangehensweise an den Workshop war sehr professionell.

Wir können loslegen.

Auf dem Programm standen verschiedene Aran-Muster und ihre Bedeutung. Wir starteten mit einfachen Mustern: single moss stich, double moss stich und double double moss stich. Als Wolle verwendeten wir die weiße Donegal bainin wool und das Sliabh Liag Garn, das Edel selbst designt hat.

Single Moss Stick und Double Moss Stich.

Als nächstes wurde es dann etwas komplizierter mit dem Soft Honeycomb. Edel erklärte uns die Methode, für die man ohne eine Zopfnadel auskommt. Das ist bei einem einseitig verschränkten Zopf relativ einfach, weil man erst in die zweite Masche und dann in die erste Masche einsticht. Man kann dies aber auch mit Zöpfen machen, die etwas weiter sind. Es wird dann meist ein wenig eng auf den Nadeln. Aber auch das ist machbar, weil man zur Not zwei der schon gestrickten Maschen von den Nadeln nehmen kann. Die anderen Maschen können sich nicht aufräufeln, weil sie gesichert sind.

Der Soft Honeycomb Stich kam auf meinem Beispiel leider nicht so gut heraus.

Honeycombe.

Die Krönung war dann der Blackberry Stich, auch Trinity Stich genannt. In der ersten Reihe sieht er nach gar nichts aus, aber dann kommt das Muster zu Tage, und es ist einfach wunderbar.

Blackberry Stich.
Und die ganze Musterparade.

Bei Edel gab es natürlich noch viel mehr zu bestaunen, so diesen Aran-Pullover. In der Mitte ist das Honeycombe Muster, rechts und links der Diamond Stich.

Aran-Pullover
Honeycombe.

Edel erzählte uns noch, dass es eine Theorie hinsichtlich der Aran-Muster gibt, nach welcher die Muster in erster Linie dazu dienten, ertrunkene Fischer identifizieren zu können. Sie teilt diese Theorie aber nicht, weil die Mehrheit der Fischer ja ein erfülltes Leben führte und denkt eher, dass mit den Mustern gute Wünsche und Schutz verbunden waren. Der Blackberry Stich zum Beispiel symbolisiert eine erfolgreiche Ernte und ist ein Emblem für das von Gott gegebene Leben..

Rechts und links Tree of Life.
Rechts und links ebenfalls Tree of Life.
Ein handgestricktes Kleid.
Ein Hochzeitskleid.

Auf den Weg bekamen wir noch das Muster für das Cathleen Cape. Ich bin gespannt, wann ich mal dazu kommen werden.

Ein toller Workshop.

Workshop mit Ciara Ni Reachtnin

Heute gab es im Museum for Country Life den nächsten Strickworkshop, dieses Mal mit Ciara Ni Reachtnin.

Wolle satt.

Auf dem Programm stand der Sionann Shawl. Sionann ist der gälische Name von Shannon, der Flussgottheit. Nach der irischen Mythologie ist der Fluss Shannon nach einer Frau benannt, die die Enkeltochter von Lir, dem keltischen Meeresgott, war.

Erstmal bekamen wir nur die Anleitung, noch keine Wolle. Denn bevor wir loslegten und alles mögliche falsch machten, sollten wir erstmal in der Anleitung die verschiedenen Zopfmuster-Stiche markieren. Die Anleitung ist äußerst komplex. Man muss wirklich fortlaufend in die Anleitung schauen, weil jede Reihe anders ist.

Dann ging es mit einem Knäuel stoca von An Irisch Knit Odyssey los. Diese Wolle besteht aus 75 % Merino und 25 % Nylon und hat 425 Meter pro 100 g. Also Sockenwollqualität. Es zog sich mal wieder das Farbthema grün durch. Ich habe mein Knäuel dann nochmal ausgetauscht und eines mit mehr türkis drin gefunden. Da die Wolle handgefärbt ist, ist letztlich jeder Strang anders.

Los geht’s…

Nach nur wenigen einführenden Worten legten wir selbständig los. Eine Erklärung gab es noch zu den Perlen, die mit einem kleinen Draht auf die Maschen gezogen werden. Das hatte ich bisher noch nie gemacht, und es ist wirklich super einfach. Nur halt nicht für die U-Bahn geeignet.

Mittendrin.

Neben Perlen hat das Tuch auch ein Zopfmuster am Rand, sehr attraktiv. Es legte sich dann eine große Ruhe über den Saal – so ruhig war es in unserer Gruppe die ganzen Tour noch nicht. Alle waren hochkonzentriert bei der Arbeit und so wuchsen die Tücher ein ganzes Stück. Die Zeit reichte natürlich nicht annähernd dafür aus, das Tuch zu vollenden. Das wird der ganzen Urlaub hier nicht richten. Aber es war ein sehr schöner Anfang. Ich kam immerhin bis zum Ende von Chart B.

Am Ende des Workshops.

Aran Islands Workshop mit Una McDonagh

Am Dienstag, den 10. September 2019, hatten wir einen Strick-Workshop mit Una McDonagh zum breitgefächerten Thema Aran-Muster.

Aran bezeichnet zum einen eine bestimmte Wollstärke, zum anderen aber auch traditionelle Strickmuster. Diese wurden ursprünglich für Fischer-Pullover genutzt. Früher wurde dafür Wolle verwendet, in der noch das Lanolin, das Wollfett enthalten war. Dadurch waren die Pullover wasserabweisend, was in einer Zeit ohne Funktionsklamotten sehr praktisch war.

Una erzählte uns, dass die Kinder früher zur Erstkommunion ihren ersten Aran-Pullover bekamen. Davor hatten sie einfache, unverzierte Kleidungsstücke. Je nach Kunstfertigkeit wies dieser erste Aran-Pullover verschiedene Muster auf. Die Strickerinnen hatten alle so ihre Lieblingsmuster. Daher konnte man anhand der Muster oft sagen, wer ein Kleidungsstück hergestellt hatte. Außerdem verkleideten sich die Kinder zu Halloween mit den alten Kleidungsstücken ihrer Eltern und Großeltern: die Mädchen mit den Pullis der männlichen Familienmitglieder und die Jungs mit den Röcken und Tüchern der weiblichen Familienmitgliedern. Das Gesicht des Kindes wurde dann von einer Maske verdeckt. Aber anhand der Kleidung und der Muster konnten die Leute oft erkennen, welches Kind dahinter steckte.

Unser Projekt für den Workshop war ein Stirnband mit einem Chain Link Cable Stich, der von Unas Granny Sharry inspiriert ist. Als Wolle bekamen wir Donegal Aran Tweed von Studio Donehal (50 g, 80 Meter) in naturweiß (Shade 1A 1443, Lot K417) zur Verfügung gestellt.

Gemeinsam schlugen wir die Maschen mit dem Cable Cast On an. Ich war mir nicht so sicher, was das ist, weil ich nicht immer die richtigen englischen Begriffen für die Techniken kenne. Außerdem gibt es unterschiedliche Bezeichnungen im europäischen Englisch und im amerikanischen Englisch, was stets zu Verwirrung in unserer Gruppe führt. Aber Una kam ganz geduldig an jeden Tisch und erklärte jeder die richtige Methode.

Das Zopfmuster ist wirklich sehr schön und mit der Wolle sind die Stiche sehr gut definiert. Una zeigte uns noch eine Methode, mit der wir das Muster mit nur einer Zopfnadel stricken können und dadurch etwas schneller sind. Das erfordert aber einigen Mut, da die Stiche für kurze Zeit außerhalb der Nadel sind. Ob das so meine bevorzugte Methode ist, weiß ich nicht so richtig.

Als Zugabe zeigte uns Una noch ein Muster mit dem schönen Namen „Snail’s Trail“. Das hat mir gut gefallen, wie überhaupt der ganze Workshop.

Nun stricke ich das Stirnband alleine fertig.

Strick-Workshop in Dublin

Heute hatten wir auf unserer Stricktour durch Irland den ersten Strick-Workshop und zwar in Dublin im Powerscout Center. Das ist ein Einkaufscenter, das in einem ehemaligen Stadthaus eines Adligen errichtet wurde. Die Umwandlung ist sehr gut gelungen, und ein Glasdach bringt Licht und Freundlichkeit in das Gebäude.

Wir hatten unseren Workshop bei Lisa Sisk von dem Laden „This is Knit“. Auf dem Programm stand ein Möbiusschal und zwar der Glenties Cowl. Hierzu bekamen wir einen Strang Soft Donegal von Studio Donegal in der irischen Nationalfarbe grün.

Irisches Garn

Das schwierigste beim Möbius sind ja der Anschlag und die ersten Reihen. Danach strickt er sich so einfach weg, und das war sehr entspannend.

Und los geht es mit dem Maschen anschlagen.
Die erste Reihe ist geschafft.

Eine Weile später sieht man schon richtig was.

Zur Krönung gab es dann noch Tee und fruit scones.

Stricken in seiner größten Schönheit.

Ich bin gespannt, wann ich meinen Cowl fertig habe und wer der erste in der Gruppe ist, der seinen trägt. Es hat auf alle Fälle großen Spaß gemacht.

Der fertige Cowl.

Nachtrag: Es stellte sich heraus, dass ich meinen Möbius-Schal am nächsten Tag als erste im Bus fertig gestrickt habe. Dafür habe ich allerdings auch ein kleines Opfer erbracht. Denn es stellte sich heraus, dass ich Stricken beim Busfahren und vor allem das Nachlesen in der Anleitung überhaupt nicht vertrage… Das war mir eine Lehre…

Nur schade, dass der Cowl grün ist. Grün ist leider überhaupt nicht meine Farbe. Aber er macht natürlich auch ein gutes Geschenk.

Noch mehr Tücher

Im Winter bin ich ein paar Mal mit der Bahn gefahren. Hörbuch hören, stricken – so geht die Fahrt schnell rum. Allerdings wäre es zu viel, dabei eine komplizierte Anleitung zu lesen. Und mehrere Farben in x Knäueln auch. So viel Platz hat man ja in der Bahn nicht. Daher habe ich Immer-Wieder-Tücher gestrickt.

Immer-Wieder Tuch in braun

Und es entstand ein Immer-Wieder-Tuch in einem weinrot mit Metallfaden. Die Wolle schlummerte schon so lange in meinem Vorrat, dass ich noch nicht einmal mehr die Banderole hatte.

Und so erfreue ich mich einfach nur an den schönen Tüchern.