Sommerstrickjacke

Diese Strickjacke habe ich rechtzeitig im Sommer fertig bekommen, kam aber erst jetzt dazu, den Beitrag zu schreiben.

Die Anleitung stammt von Annika Andrea Wolke und wurde in einer Ausgabe der englischen Simply Knitting veröffentlicht. Ich hatte von dem Garn noch zu Hause, also passte alles wunderbar. Schwierig war nur wieder, dass die kleinste Größe eine britische 8 war… Aber ich habe es dennoch versucht.

Das Muster ließ sich leicht merken, so dass ich die Jacke sogar zum größten Teil in der U-Bahn stricken konnte.

Vorderseite.

Zwischendrin habe ich dann festgestellt, dass ich die Anleitung leider nicht vollständig kopiert hatte. Das war vielleicht ärgerlich. Die letzte Seite fehlte! Und ohne die ging es nicht. Ich habe dann letzten Endes eine Online-Ausgabe des Heftes herunter geladen. Zukünftig werde ich aber besser drauf achten, dass alle Seiten der Anleitung da sind.

Knöpfe.

Passende Knöpfe habe ich im Wolleladen meines Vertrauens gefunden. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel die Knöpfe ausmachen und wie schwer die Entscheidung hierzu fällt. Aber mit diesen Knöpfen bin ich sehr zufrieden.

Rückseite.

Auch die Rückseite hat das gleiche Muster. Dadurch wirkt die Strickjacke sehr leicht und schick. Sie ist wie gemacht für den Sommer. Leider ist der jetzt vorbei. Aber es kommt ja bestimmt wieder einer.

Details:

  • Wolle: Rowan Summerlite 4ply
  • Material: 100% Baumwolle
  • Farbe: SH 428, Lot 16985358
  • Größe: britische 8/10
  • Nadeln: 2,25 mm und 3 mm
  • Muster: Annika Andrea Wolke/Sping Lace
  • Wäsche: 40°C

Shetland Lace

Passend zu meiner Reise nach Shetland habe ich mich im Sommer auch mit Shetland Lace beschäftigt.

Lacemuster haben auf den Shetland Inseln eine lange Tradition und waren ein sehr begehrter Exportartikel im viktorianischen England. Für die Shetländerinnen war es eine Chance, unabhängig von der Fischindustrie Geld zu verdienen. Also strickten sie wo und wann sie konnten Lace-Tücher, die dann nach England verschifft wurden. Das war natürlich nicht so romatisch, wie das gerade klingen mag. Die Frauen hatten ja nun nicht gerade viel Freizeit, die sie damit noch ausfüllen konnten und strickten so kurzerhand auch beim Gehen, wenn sie also beispielsweise Torf als Brennmaterial nach Hause trugen. Entspannend war das mit Sicherheit nicht.

Auf der Suche nach traditionellen Mustern bin ich schließlich wieder einmal in meinem Lieblingsbuch „Victorian Lace Today“ fündig geworden. Das Muster soll Muscheln nachbilden und war daher die perfekte Begleitung für meine Reise auf die Shetland-Inseln.

Am Anfang habe ich mich schwer getan, wie man hier sieht. Der Streifen glatt rechts musste sein, weil ich mit dem Muster komplett durcheinander gekommen bin. Ich musste noch einmal neu starten. Dann klappte es bestens.

Wie man hier gut sieht, ist das Ergebnis ein Hauch von Wolle, durch das Material sehr anschmiegsam.

Den Rand habe ich mit 6 M rechts gebildet.

Ich bin sehr zufrieden. Sowohl das Muster als auch die Farben der Wolle werden mich immer an die schönen Tage auf den Shetland-Inseln erinnern.

Details:

  • Wolle: Schoppel Hand Dye Collection Cat print
  • Material: 80% Schurwolle 20 % Seide (600 Meter/100 g)
  • Farbe: 2235 – gib mehr Grün
  • Nadeln: 4 mm
  • Muster: Miss Lambert’s Shetland Pattern for a Shawl (Victorian Lace today)

Socken in Eulenfarben

Ich habe mal wieder Socken gestrickt. Für die Fahrt nach Irland und die Bahnfahrt nach Föhr brauchte ich etwas, was unterhaltsam ist, aber nicht zu viel Aufmerksamkeit verlangt. Daher kam dieses Knäuel der West Yorkshire Spinners aus der Sockenwoll-Schatzkiste gerade recht.

Socken in Eulenfarben.

Ich habe zum wiederholten Male das Kaffeebohnen-Muster verwendet. Keine Sorge, die Socken werden damit nicht zu durchlässig. Sie wärmen immer noch gut. Ich habe es ausgiebig getestet.

Kaffeebohnenmuster.

Soweit ich mich erinnere, wurde die Farbstellung als „Owl“ bezeichnet und stammt aus der Reihe „Country Birds“. Das trifft es auch sehr gut, finde ich.

Details:

  • Wolle: West Yorkshire Spinners, Signature 4ply
  • Material: 75% Schurwolle superwash, 25 % Nylon
  • Lauflänge: 400 m/100 g
  • Farbe: Owl 877
  • Größe: 38/39
  • Nadeln: 2,5 mm
  • Muster: Kaffeebohnen
  • Wäsche: 30°C, kein Trockner

Diamanten

Diamanten gibt es auch gestrickt. Für eine Reise war ich auf der Suche nach einem interessanten Projekt und wurde wieder einmal im Buch „Victorian Lace Today“ fündig. Ich habe das Tuch aber ein wenig abgewandelt.

Das Diamantenmuster habe ich innnerhalb einer Reihe neun mal wiederholt und um ein paar kraus rechts gestrickte Randmaschen ergänzt. Zudem habe ich größere Nadeln als auf der Banderole angegeben verwendet, damit das Gestrick nicht zu dicht wurde.

Diamanten-Shawl.
Anfang/Ende.
Das Diamanten-Muster.
Schöne Farben.

Details:

  • Wolle: Schoppel Cat Print Hand Dye Collection, 6 Carat
  • Material: 80 % Schurwolle , 20 % Seide (600 Meter/100 g)
  • Farbe: 2234 – rot gewinnt
  • Nadeln: 3,5 mm
  • Muster: Diamond Pattern (Victorian Lace Today)
  • Wäsche: 40°C

Workshop bei Aine Dunne

Unser letzter Workshop auf der Strickreise war gestern ein Workshop zu Spinnen mit der Handspindel und Weben mit Aine Dunne.

Aine Dunne ist eine Tapestry Weberin und stellt unheimlich schöne Wandbehänge her. Ihre Werke sind unter anderem bei LinedIn in Dublin und im The Stephen’s Green Hotel in Dublin zu finden.

Wandbehang von Ainne Dunne.

Dazu fuhren wir in ein Community Center in der Nähe von Drogheda. Die Straßen auf dem Weg dorthin waren wirklich sehr schmal und eng. Zur Krönung gab es noch eine Umleitung wegen einer gesperrten Straße. Unser armer Busfahrer Brian!

Neben dem Community Center lag dieser wunderschöne Garten. Da hatte jemand viel Spaß bei der Gestaltung und eben auch schön viel Platz. Nun kann ich wenigstens sagen, dass ich in Irland auch einen Drachen gesehen habe.

Fariy Garden.
Fariy Door.
Here be Dragons.

Zunächst ging es an die Handspindeln. Das war ja an sich nichts neues für mich, und das handspinnen mit der Handspindel ist nicht unbedingt meine geliebteste Tätigkeit. Interessant war aber, dass wir ungewaschene Schafswolle direkt vom Schaf verwendet haben, also auch ohne Kardieren und ähnliches. Und das klappt auch. Es ist natürlich nicht so fein wie ein Kammzug, aber die Grundzüge kann man auch damit nachvollziehen. Und ungewaschene Wolle zu verspinnen ist besser als jede Handcreme.

Workshop-Ausrüstung.

Als nächstes bekamen wir ein Stück Alpaka-Fasern. Die Alpakafaser war sehr weich und hatte eine gute Stapellänge zum Spinnen. Dann war die Zeit fürs Spinnen auch schon um, und wir wickelten den Faden zu einem kleinen Knäuel. Zum Zwirnen war keine Zeit.

Ein wenig Wolle.

Nachdem wir uns mit Tee und Backwerk gestärkt hatten, bekamen wir Webrahmen. Diese bestanden ganz rudimentär aus einem Holzrahmen aus zusammen geschraubten Leisten und waren mit einfachem Garn aufgesetzt. Zum Weben nutzen wir Garn, unser Selbstgesponnenes und Filzwolle. Eigentlich ging so gut wie alles, was uns unter die Finger kam. Hieraus entstanden die schönsten, buntesten Kunstwerke. Jeder hatte etwas anderes im Sinn und alles hatte seinen ganz eigenen Charme. Aine half uns dann, unsere Webarbeiten mit Weberknoten zu sichern und vom Rahmen zu nehmen.

Webstück.

Dann war es leider schon wieder Zeit, in den Bus einzusteigen. Brian brachte uns wohlbehalten zurück nach Dublin, wo wir unser Abschlussdinner hatten und einen wunderbaren Urlaub feierten.