Gemüseschilder

Die Saison im Bauerngarten hat wieder begonnen. Und wie in jedem Jahr brauchen wir Schilder für die Gemüsekulturen. Das ist insbesondere am Anfang der Saison sehr wichtig, um nicht etwa aus Versehen die Möhren unterzuhacken.

Im letzten Jahr hatte ich ja Stofffahnen gebastelt. Das sah zwar sehr schön aus, war aber sehr zeitaufwändig. Zudem verblassten die Muster der Stoffe recht schnell. Auf dem Feld herrschen eben besonders extreme Bedingungen: Wind, Wasser, Sonne – alles ungebremst. Und so bin ich immer noch auf der Suche nach haltbaren und wiederverwendbaren Gemüseschildern.

Dieses Jahr habe ich Schilder aus Holz gebastelt. Das Holz ist einfaches „Bastelholz“ aus dem Baumarkt, das ich in Stücke gesägt habe. Am Anfang habe ich die Namen der Gemüsekulturen sehr geduldig mit dem Lötkolben eingebrandt.

Das dauerte mir dann aber zu lange und war auch zu aufwändig mit Gas nachfüllen und draußen arbeiten, so dass ich schließlich zu Pinsel und Stift gegriffen habe.

Anschließend habe ich teilweise das Holz lasiert, teilweise lackiert und teilweise beides nacheinander durchgeführt.

Am Sonntag haben wir die Schilder auf dem Feld aufgestellt. Ich bin sehr gespannt, wie sie sich in der Praxis beweisen werden. Schön sehen sie jedenfalls aus.

Frühlingssocken

Natürlich habe ich auch im April Socken gestrickt. Das Garn von West Yorkshire Spinners habe ich letztes Jahr in Newcastle gekauft. Ich fand die Farben so schön, jedenfalls das Lila. Beim Stricken kam dann doch mehr Grün als Lila zu Tage. Aber Spaß gemacht haben sie trotzdem.

Ich habe mal wieder ein neues Muster aus meiner geliebten Little Box of Socks ausprobiert. Es heißt Lace Rib Socks und ist wirklich sehr einfach, da es einen Rapport von sechs Reihen hat.

Details

  • Wolle: WYS Signature 4 ply
  • Material:75 % Schurwolle (davon 35 % Blue Faced Leicester), 25 % Nylon
  • Muster:Lace Rib Socks
  • Farbe: 06 811 0347
  • Nadeln: 2,5 mm
  • Wäsche: 30 °C

Workshop „Fair Isle Circular Yokes“ bei Anniken Allis

Auf dem Edinburgh Yarn Festival habe ich auch einen Strickkurs besucht: Fair Isle Circular Yokes“ bei Anniken Allis.

Der Kurs fand im Water of Leith Visitor Center statt. Leith ist ein Fluss, der durch Edinburgh fließt und an dessen Ufer ein Wanderweg eingerichtet ist. Das kleine Visitor Center bietet Informationen zur Geschichte, Fauna und Flora. Es hat ein winziges Cafe und ein paar einfache Tagungsräume. Am Kurstag gab es ein ganz schönes Gedränge im kleinen Vorraum, weil so viele Frauen zu den beiden parallel stattfindenden Kursen drängten.

Wir waren eine recht internationale Gruppe: Schwedinnen, eine Norwegerin, eine Frau aus Belgien und eine aus Washington D.C (die noch unter Jetlag litt), mehrere Deutsche und natürlich ein paar Britinnen. Fast alle hatten ihre Hausaufgaben mitgebracht: drei Röhren, eine große und zwei kleine. Es gab für die Hausaufgabe wenig Vorgaben, nur die Maschenanzahl, aber alles andere konnte man frei gestalten. Daher war es sehr interessant, wie jede Teilnehmerin diese Angaben umgesetzt hatte. Zum Glück habe ich dieses Mal beim Fliegen auch meinen Koffer mitbekommen, so dass ich nicht am Abend vorher noch einmal in Panik meine Hausaufgaben erneut machen musste.

Anniken hat uns sehr professionell und geübt durch die einzelnen Arbeitsschritte geführt. Als erstes mussten die drei Einzelteile auf das Seil der Rundstricknadel kommen.

Gleichzeitig haben wir die Magic-Loop-Technik angewendet. Im Grunde lässt man dabei nur an zwei Stellen das Seil so heraushängen, dass man ansonsten rund stricken kann. Dadurch braucht man nicht auf ein Nadelspiel zu wechseln, wenn der Umfang immer kleiner und kleiner wird.

Unter den Achseln haben wir jeweils zwei Maschen der Ärmel und des Körpers auf Garn ruhig gestellt. Dadurch ist dann später beim Pulli mehr Raum unter den Achseln, was natürlich sehr angenehm ist. Von selbst hätte ich da gar nicht dran gedacht.

Dann ein paar Runden noch stricken.

Ich habe mich ja immer gefragt, wie man das komplizierte Muster und das Abnehmen von Maschen in Einklang bringen kann. Auch das ist ganz einfach, wenn man es weiss.

Man nimmt einfach nicht in den Musterrunden ab, sondern in den einfarbigen Runden…

Hier sind wir schon fast ganz oben. Wir haben dann noch German Short Rows eingefügt, damit der Pulli hinten höher wird als vorn.

Und hier das fertige Werk:

Leider war der Pulli für den Kleinen Bären viel zu groß. Aber ich finde ihn auch so sehr schön und bin stolz darauf, was ich in einem Vormittag in einer anderen Sprache so alles gelernt habe.

 

 

 

 

 

Frohe Ostern!

Ich wünsche Euch allen Frohe Ostern! Genießt die freien Tage, lasst Euch vom Wetter nicht deprimieren und habt eine gute Zeit.

Ich habe in diesem Jahr als Osternester ausgediente Konservendosen weiß grundiert und mit Serviettentechnik verziert. Zum Schluß wurde klar lackiert. Dann kamen Schokoladeneier ins Nest, welche dann kleine wollige Gesellen angelockt haben.

Der Igel knabbert an den Kräutern.

Das Rotkehlchen hat sich auf die Eier gesetzt.

Und für die Feiertage habe ich mir selbst auch ein Geschenk gemacht.

Sind die Farben nicht wunderschön?

Blaue Socken

Wieder einmal habe ich einen Schatz aus der Sockenwollkiste gehoben. Mit den Socken habe ich schon Anfang Januar angefangen, nun sind sie endlich fertig geworden.

Blaue Socken.

Es ist ja nicht üblich, dass ich so lange für ein Paar Socken brauche. Zum einen lag es daran, dass ich momentan einfach zu viele Projekte gleichzeitig mache. Zum anderen aber entstanden die Socken im Rahmen eines Nadeltests.

Meine Freundin hat mir zu Weihnachten Sockenwundernadeln geschenkt. Das sind Mini-Rundstricknadeln mit einem ganz kurzen Stück Seil, das sie hauptsächlich flexibel hält. Man strickt Socken dann mit zwei Nadeln und hat eine dritte zum Abstricken. Die Hoffnung ist, dass man so die hässlichen Trittleitern vermeidet, die zwischen den Nadeln beim Nadelspiel entstehen. Außerdem soll es schneller gehen, weil man ja nur noch zwei Nadeln pro Runde wechselt und nicht vier.

Das wollte ich unbedingt gleich ausprobieren und dem Stricken mit dem herkömmlichen Nadelspiel entgegen stellen. Also schnell Sockengarn aus der Kiste, ein einfaches Muster und los.

Beim Bündchen habe ich mich sehr gequält. Die Sockenwundernadeln sind doch sehr fummelig. Auch den Schaft über ging es sehr langsam voran. Ich hatte öfter das Gefühl, dass meine Hände so verkrampft waren, dass eine Sehne am rechten Zeigefinger übersprang. So war das Stricken doch recht ungewohnt.

Das Fersenkäppchen ging wunderbar, aber das war ja nicht weiter erstaunlich. Beim Spickel war ich dann so verwirrt, dass ich wieder auf das Nadelspiel umgestiegen bin. Ab da ging es flott voran…

Die zweite Socke habe ich dann komplett auf dem Nadelspiel gestrickt.

Die untere (zweite) Socke ist etwas breiter.

Im Ergebnis: Der Schaft der ersten Socke ist ein wenig schmaler geworden mit den Sockenwundernadeln, wahrscheinlich war die Spannung einfach höher. Trittleitern entstehen auch zwischen den Sockenwundernadeln, aber dann eben nur zwei pro Reihe. Schneller geht es bei mir auf keinen Fall, aber das kann auch die mangelnde Gewöhnung sein. Ganz persönlich ist mit ein Nadelspiel lieber, zumal ich Holznadeln über alles liebe und die Sockenwundernadeln nun mal aus Metall sind. Insgesamt war es eine interessante Erfahrung. Ich kann mir eher eine Kombination vorstellen, zum Beispiel die Unterseite des Fusses auf der Sockenwundernadel und oben Nadelspielnadeln. Das werde ich vielleicht mal als nächstes ausprobieren.

Schaftvergleich.

Details

  • Wolle: unbekannt, vermutlich Sockenwolle von Opal
  • Material:75 % Schurwolle, 25 % Polyamid
  • Muster: Minecraft
  • Farben: ?
  • Nadeln: 2,5 mm
  • Wäsche: 40 °C