Archiv der Kategorie: Pulli

Garter Marler Sweater Variante

Vor ein paar Wochen brachte Stephen West eine neue Anleitung für einen Garter Marler Sweater heraus. Ein schlicht geschnittener, Reste-bunter Pulli, der von oben nach unten gestrickt wird. Das Konzept gefiel mir gut, weswegen ich den Pulli sofort anschlug, nachdem ich mit meinem Painting Stripes Shawl fertig war.

Hinter dem Bündchen noch kraus rechts, dann glatt rechts gestrickt.

Allerdings ist der Pulli kraus rechts gestrickt. Das gefiel mir nicht so richtig. Ich finde glatt rechts generell eleganter. Zudem wird der Pulli in Runden gestrickt, und da ist es praktischer, nicht zwischen rechten und linken Reihen zu wechseln. Nach den ersten Runden entschied ich mich daher, glatt rechts weiter zu stricken.

Der Pulli wächst schnell.

Es werden gleichzeitig zwei Fäden Garn in Sockenwollestärke verwendet. Davon habe ich nun wirklich Unmengen im Stash. Vor allem habe ich viel weiß übrig von den Gnomen. Da ist es in der Regel Bart- und Nasenfarbe, von der nicht so wahnsinnig viel benötigt wird. Also habe ich alle hellen Reste mit blauen Resten für einen sommerlichen Pulli in Meeresfarben kombiniert. Für alle Bündchen haben ich blau und schwarz gewählt, damit der Pulli einen einheitlichen Rahmen erhält.

Fertig!

Auf Nadeln 4 und 4,5 mm war der Pulli schnell fertig. Mir hat das Projekt richtig viel Spaß gemacht, weil es so spannend war, die Farben zu kombinieren und ganz viele Reste aufzubrauchen.

Blau-grün-weiß.
Meeresfarben.

Nun ist der Pulli unterwegs ans andere Ende der Welt, um dort einen ganz besonderen Menschen warm zu halten.

Das fertige Stück.

Details:

  • Wolle: Sockenwollreste
  • Material: 75 % Schurwolle, 25 % Polyamid (in der Regel).
  • Lauflänge: 420 m/100 g
  • Farben: weiß und alle möglichen blau-grün-Töne
  • Nadeln: 4 mm und 4,5 mm
  • Muster: Garter Marler Sweater von Stephen West
  • Wäsche: Wollwäsche, 30°C

Pullover Moray Star

in einer älteren Ausgabe des „Knitter – Deutschland“ entdeckte ich die Anleitung für einen Pulli mit dem Titel „Moray Star“, designed von Di Gilpin. Ich habe mich auf Anhieb in den Pulli verliebt.

In der Beschreibung wird er als feminine Variante der „Ganseys“ bezeichnet. Ganseys sind traditionelle britische Fischerpullover, die ursprünglich aus Wolle gestrickt wurden, die noch über ihren Lanonlingehalt verfügt und daher wasserabweisend ist. Das Auffällige an den Ganseys sind ihre wunderbaren Muster, die verschiedene Bedeutungen haben.

Die Umsetzung des Pulli war aber nicht ganz so einfach.

In der Original-Anleitung wird Lalland, ein schottisches Garn, verwendet. Dieses konnte ich hier nicht bekommen, und war aufgrund des Brexit nicht in der Laune, mich mit dem Zoll auseinander zu setzen. Also musste eine Alternative her.

Als erstes verwendete ich ein Garn vom Mondschaf, das ich ursprünglich für einen Schal zum neuen Mantel meiner besseren Hälfte gekauft hatte. Der Schal wurde aber nicht benötigt, und so lag das schöne Garn hier herum.

Das Garn eignete sich aber leider überhaupt nicht. Das Muster kam nicht zur Geltung. Das konnte ich mir erst eingestehen, als ich den gesamten Körper und das erste Spitzenteil am oberen Rand gestrickt hatte. Schließlich habe ich mir ein Herz gefasst und alles wieder aufgetrennt.

Im zweiten Versuch verwendete ich Merino superfein von Lana Grossa, Cool Wool. Davon hatte ich noch mehrere Knäuel in Grün, da ich daraus und einem zusätzlichen Garn früher Adventskränze gestrickt habe. Nachdem ich inzwischen alle Freunde und Familienmitglieder mit Kränzen versorgt habe, lag das Garn nur noch herum. Insofern eine gute Gelegenheit, den Stash abzubauen.

Das Muster kommt mit diesem Garn sehr gut heraus, und ich war endlich zufrieden.

Der Baum im Mittelpunkt des Musters ist übrigens nicht unbedingt ein Weihnachtsbaum, sondern der Tree of Life. Oft wird er als Laubbaum dargestellt, aber das macht sich halt in einem Strickmuster etwas schwer…

Als ich bei den Ärmeln angekommen war, ergab sich ein klitzekleines Problem Es sah ganz so aus, als würde die Wolle nicht reichen. Ganz naiv dachte ich, da würde ich einfach ein Knäuel nachbestellen. Tja… Die Wolle wird von Lana Grossa immer noch produziert, ein Klassiker. Aber die Farbe gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr.

Nach einiger Suche im Internet konnte ich sie in einem Wolleladen in den Niederlanden auftreiben. Am Ende löste ich zwei Bestellungen aus, wodurch ich mir die letzten verfügbaren Knäuel sicherte. Am Ende hatte ich zwei Knäuel übrig. insofern bin ich nicht ganz sicher, ob der Plan, den Stash abzubauen, wirklich aufgegangen ist.

Die nächste Herausforderung waren die Ärmel. ich strickte die Musterwiederholungen nach Anleitung, aber die Ärmel waren viel zu lang. Also musste ich sehr vorsichtig drei Musterwiederholungen auftrennen, um eine neue anzufügen. Die letzte Musterwiederholung wurde nämlich offen gestrickt, nicht in der Runde. Das konnte ich also nur durch Neustricken beheben.

Der Pulli wurde zunächst von unten nach oben bis auf Brusthöhe in der Runde gestrickt. Dann wurde in Vorder- und Hinterteil geteilt und das Spitzenmuster weiter gestrickt. Die Ärmel wurden vom Bündchen nach oben gestrickt und angenäht.

Aber immerhin ist ein wunderschöner Pulli entstanden. Lustigerweise trage ich selbst überhaupt kein grün, so dass er wohl als ein Geschenk an eine junge Dame gehen wird. Ich habe da schon jemanden im Kopf. Bei diesem Werk habe ich sehr viel gelernt und bin froh, dass ich den nicht ganz einfachen Pulli gemeistert habe.

Details:

  • Wolle: Merino superfein von Lana Grossa
  • Material: 100 % Schurwolle, filzfrei.
  • Lauflänge: 160 m/50 g
  • Farben: 553 Grün
  • Nadeln: 3 mm und 4 mm
  • Muster: Moray Star von Di Gilpin
  • Wäsche: 30°C Wollwäsche

Magnolia Summer

Ab und an lese ich alle möglichen Blogbeiträge. In einem wurde im Sommer ein neues Garn vorgestellt, mit dem sich wunderbar verschiedene Dinge stricken lassen sollten, unter anderem ein kurzärmeliger Pullover. Da mir in letzter Zeit eh so warm ist und ich das Design so wunderschön fand, habe ich kurzentschlossen die Strickpackung bestellt. Außerdem kam hinzu, dass ich einen sehr anstrengenden Tag auf Arbeit hatte und mir etwas gönnen wollte.

So entstand in kurzer Zeit der Pulli „Magnolia Summer“ von Camilla Vad.

Die Anleitung enthält eine langärmelige und eine kurzärmelige Version. Leider gab es zumindest in meiner Sommer-Version ein paar Fehler in der Anleitung und ein paar missverständliche Stellen. Aber ich habe dennoch alles gut hinbekommen.

Magnolia Summer strickt sich schnell. Er wird von oben nach unten in Runden gestrickt. Am Anfang gibt es ein paar verkürzte Reihen, damit das Rückenteil etwas höher ist als das Vorderteil. Hier musste man natürlich ein wenig zählen. Dann kam der glatt rechts gestrickte Teil, und dann wurde es unten beim Muster noch einmal interessant. Aber alles gut machbar.

Die Wolle ist wunderbar weich, wie eine kleine Wolke. Verwendet werden zwei unterschiedliche Qualitäten von Pasquali, Pinta und Manada. Erst sah es verstrickt ein wenig unregelmäßig aus. Nach dem Waschen und Spannen hat sich das aber gelegt.

Mit dem fertigen Stück bin ich so zufrieden, dass ich gerne noch einmal die lange Version stricken möchte. Falls mir doch wieder kalt wird. Aber das ist etwas fürs nächste Jahr.

Details:

  • Wolle: Pasquali – Pinta und Manada zusammen verstrickt
  • Material: Pinta (60 % Merino, 20 % Seide, 20 % Ramie) und Manada (45% Mohair, 25% Seide, 15% Schurwolle, 15% Yak)
  • Lauflänge: Pinta (425/50 g),Manada (200 m/25 g=
  • Farben: 6Pinta (silbergrau – 18), Manada (Krokus – 213)
  • Nadeln: 3,5 und 4 mm
  • Muster: Magnolia Summer von Camilla Vad
  • Größe: XS
  • Wäsche: Handwäsche

Strickjacke mit Apfelblüten

Meine beste Freundin hat mir zu Weihnachten wunderschöne Wolle geschenkt. Diese gefiel mir so gut, dass ich mich entschlossen habe, noch etwas dazu zu kaufen und ein größeres Projekt anzugehen.

Bei Ravelry fand ich eine Anleitung für eine Strickjacke mit Apfelblüten von Lene Tosti, die so kurz nach Weihnachten gleich Frühlingsträume bei mir hervor gerufen hat.

Die Strickjacke wird von oben nach unten gestrickt, auf der Rundstricknadel und dann vorne in der Mitte gesteekt. Großer Vorteil ist, dass es keine Nähte gibt, und die Passform sehr gut individuell angepasst werden kann.

Die Blütenborte vorne.
Und hinten.

In der Musterborte werden kleine Perlen eingestrickt. Da ich mich für weiße Perlen (statt gelbe) entschieden habe, fallen diese nicht weiter auf. Die Blütenborte war eindeutig der schwierigste Teil, manchmal sogar mit drei Farben in einer Reihe. Genau dies sollte noch zu Schwierigkeiten führen.

Mit kleinen Perlen.

Nachdem alles fertig gestellt war, ging es ans Steeken. Auch wenn ich nun schon verschiedene Kurse zum Steeken gemacht habe, ist das immer noch ein sehr aufregender Augenblick. Laut der Anleitung solle man neben dem Steek mit der Nähmaschine abnähen. Das führt allerdings dazu, dass das Gestrick weniger dehnbar ist und außerdem kann es im Zweifel das Muster unschön zusammen ziehen. Daher entschied ich mich dafür, neben dem Steek zu häkeln, wie ich es im Kurs gelernt habe. Tja, bloß erfasst man eben bei einem Muster mit mehr als zwei Farben in einer Reihe nicht alle Fäden, wenn man das so macht. Daher fingen sich die Seiten nach dem Schneiden an aufzuribbeln. Bei der ganzen Arbeit einfach nur schockierend. Also habe ich per Hand genäht und versucht, alles zu sichern. Ob es wirklich erfolgreich war, wird die Zeit zeigen.

Vor dem Steeken.
Maschen mit Häkelmaschen gesichert.

Zum Abschluss wurden noch die Knopfleisten angestrickt. Leider hat der Wolleladen meines Vertrauens seine zwei Filialen hier in der Nähe geschlossen. Farblich passende Knöpfe über das Internet auszusuchen, finde ich sehr schwierig. Man kann die Farben einfach nicht im Tageslicht vergleichen. Also habe ich mich für Metallknöpfe entschieden. Diese kommen von Regenbogenwolle und zeigen den „Tree of Life“. Fand ich sehr passend für eine Strickjacke mit Apfelblüten.

Die Knöpfe.
Und in voller Schönheit.
Auch ein Rücken kann entzücken.

Details:

  • Wolle: Alpakka/Silke von Sandnes
  • Material: 70 % Baby Alpaka, 30 % Maulbeerseide
  • Lauflänge: 200 m/50 g
  • Farben: 6063 (Royalblau), 1002 (Weiß), 3511 (Puderrosa), 6041 (Hellblau)
  • Nadeln: 2,5 und 3 mm
  • Muster: Apple Blossom by Lene Tosti
  • Größe: XS
  • Wäsche: Handwäsche

Sommerpulli

Schon ganz lange habe ich Wolle für einen Sommerpulli im Vorrat zu liegen. Im letzten Sommer habe ich mit dem Stricken begonnen, wurde dann durch das Sabbatical unterbrochen und schließlich erst in diesem Frühling fertig. Aber was lange währte, wurde endlich gut.

Sommerpulli in kräftigen Farben.

Das Top heißt offiziell „Ballantrae“ und wurde von Mary Henderson designed. Veröffentlicht war die Anleitung im Deutschen Knitter, und zwar schon vor einiger Zeit.

Interessant war für mich der Aufbau des Tops. Vorder- und Rückseite wurden an den Schultern zusammen gefügt, dann wurden die Ärmel direkt angestrickt,

Ärmel mit Lace-Muster.

und zum Schluß wurden die Seitennähte geschlossen. Auch der breite Rand am Ausschnitt ist direkt angestrickt.

Blende am Ausschnitt.

Der Rand unten wellt sich von selbst, bedingt durch das Lace-Muster. Dieses knüpft an Shetländische Lace-Muster an, die Streifen wirken wie Wellen. So ist es auch eine schöne Erinnerung an die Shetland-Reise im letzten Jahr.

Wellenmuster.

Meine Farben habe ich mit selbst ausgesucht: Abyss Heather, Cosmopolitan, Ciel und Cream.

Die Wolle ist recht dünn, das Top ist durch das Lacemuster angenehm zu tragen. Das Stricken hat wirklich Spaß gemacht.

Details:

  • Wolle: Knit Picks Palette
  • Material: 100 % Peruanische Hochlandwolle
  • Lauflänge: 231 yards/50 g (Fingering weight)
  • Farben: CA10 (Lot 7B5953) – dunkelblau, 5083 (Lot 7B5933) – pink, 4967 (Lot 7233) – hellblau, 10 (Lot 7C0663) – weiß
  • Nadeln: 3,5 mm und 4,5 mm
  • Muster: Top Ballantrae von Mary Henderson
  • Wäsche: Handwäsche