Archiv der Kategorie: Spinnen

Spinnereien im Januar

Nach Weihnachten bin ich endlich wieder dazu gekommen, mich an mein Spinnrad zu setzen. Aus der letzten Spinnsaison war auf der Spule noch ein Garn aus den zu Ostern selbst gefärbten Kammzügen.

Kammzug mit Ostereierfarben gefärbt.

Eigentlich wollte ich was ganz anderes spinnen, aber andererseits wusste ich auch, dass das nie mehr was wird, wenn ich den angefangenen Kammzug weglege.

Und erstaunlicherweise fing mich der Kammzug immer mehr ein. Auf einmal war es überaus spannend, wie sich die Farben entwickelten. Das Garn wurde schön weich. Und selbst beim Zwirnen gab es farblich immer wieder neue Überraschungen.

So ist dann im Januar ein sehr schönes, zartes, kuscheliges Garn entstanden. Ich bin überaus glücklich, dass ich der anfänglichen Versuchung widerstanden habe. Eine schönere Belohnung gibt es kaum, und ich bin sehr stolz darauf, dass das Garn viel gleichmäßiger geworden ist als meine Erstlingswerke.

Fertig gesponnen und gezwirnt.
Es gibt noch ein paar dicke Stellen…
… aber insgesamt ist das Garn viel gleichmäßiger.

Details:

  • Material: 100 % Merinowolle, selbst mit Ostereierfarben gefärbt
  • 100 g
  • 303,60 Meter

Workshop bei Aine Dunne

Unser letzter Workshop auf der Strickreise war gestern ein Workshop zu Spinnen mit der Handspindel und Weben mit Aine Dunne.

Aine Dunne ist eine Tapestry Weberin und stellt unheimlich schöne Wandbehänge her. Ihre Werke sind unter anderem bei LinedIn in Dublin und im The Stephen’s Green Hotel in Dublin zu finden.

Wandbehang von Ainne Dunne.

Dazu fuhren wir in ein Community Center in der Nähe von Drogheda. Die Straßen auf dem Weg dorthin waren wirklich sehr schmal und eng. Zur Krönung gab es noch eine Umleitung wegen einer gesperrten Straße. Unser armer Busfahrer Brian!

Neben dem Community Center lag dieser wunderschöne Garten. Da hatte jemand viel Spaß bei der Gestaltung und eben auch schön viel Platz. Nun kann ich wenigstens sagen, dass ich in Irland auch einen Drachen gesehen habe.

Fariy Garden.
Fariy Door.
Here be Dragons.

Zunächst ging es an die Handspindeln. Das war ja an sich nichts neues für mich, und das handspinnen mit der Handspindel ist nicht unbedingt meine geliebteste Tätigkeit. Interessant war aber, dass wir ungewaschene Schafswolle direkt vom Schaf verwendet haben, also auch ohne Kardieren und ähnliches. Und das klappt auch. Es ist natürlich nicht so fein wie ein Kammzug, aber die Grundzüge kann man auch damit nachvollziehen. Und ungewaschene Wolle zu verspinnen ist besser als jede Handcreme.

Workshop-Ausrüstung.

Als nächstes bekamen wir ein Stück Alpaka-Fasern. Die Alpakafaser war sehr weich und hatte eine gute Stapellänge zum Spinnen. Dann war die Zeit fürs Spinnen auch schon um, und wir wickelten den Faden zu einem kleinen Knäuel. Zum Zwirnen war keine Zeit.

Ein wenig Wolle.

Nachdem wir uns mit Tee und Backwerk gestärkt hatten, bekamen wir Webrahmen. Diese bestanden ganz rudimentär aus einem Holzrahmen aus zusammen geschraubten Leisten und waren mit einfachem Garn aufgesetzt. Zum Weben nutzen wir Garn, unser Selbstgesponnenes und Filzwolle. Eigentlich ging so gut wie alles, was uns unter die Finger kam. Hieraus entstanden die schönsten, buntesten Kunstwerke. Jeder hatte etwas anderes im Sinn und alles hatte seinen ganz eigenen Charme. Aine half uns dann, unsere Webarbeiten mit Weberknoten zu sichern und vom Rahmen zu nehmen.

Webstück.

Dann war es leider schon wieder Zeit, in den Bus einzusteigen. Brian brachte uns wohlbehalten zurück nach Dublin, wo wir unser Abschlussdinner hatten und einen wunderbaren Urlaub feierten.

Winter-Spinnereien

Ende April habe ich ganz offiziell die Winter-Spinnereien abgeschlossen. Ich werde natürlich weiterhin am Spinnrad sitzen. Ich fürchte nur, dass dafür weniger Zeit da sein wird, da es nun mit dem Garten los geht.

Im Januar habe ich mit Merino-Fasern in lila-grün-rosa angefangen. Ich glaube, die hatte ich beim Wollschaf bestellt, eigentlich um damit das Hand-Spinnen zu üben. Aber das Hand-Spindel-Spinnen war nicht so wirklich für mich. Daher waren vom dem Kammzug nicht mehr 100 g übrig.

Die Fasern versponnen sich am Spinnrad ganz gut. Man sieht zwar noch deutlich, dass das Garn nicht gleichmäßig ist, aber es ist meilenweit von meinen Anfängen entfernt…

  • Fasern: Merino
  • Lauflänge: 316,80 m
  • Gewicht: 86 g

Als nächstes kamen die gemischten Fasern aus unserem Misch-Kurs aus dem letzten Jahr dran. Ich war von meinen Kämm-Ergebnissen ja nicht besonders begeistert. Aber wegwerfen wollte ich die Fasern auch wieder nicht. Und ich dachte mir, dass ich die Übung gut gebrauchen kann.

Das Spinnen war nicht ganz einfach, da die unterschiedlichen Faserarten, die ich vermischt habe, doch auch ganz unterschiedliche Eigenschaften haben. Ich erinnere mich dunkel, dass ich Milchseide eingearbeitet habe. Diese fässt sich sehr angenehm an, ist aber eben auch ziemlich glatt beim Spinnen.

Ich finde, bei all den Widrigkeiten ist das Ergebnis ganz interessant geworden.

  • Fasern: ganz gemischt
  • Lauflänge: 135 m
  • Gewicht: 35 g

Meine Strick-Freundin hat mir zu Weihnachten eine Tüte mit von ihr selbst gemischten Fasern in wunderschönen Farben geschenkt. Daran habe ich mich dann als nächstes gemacht.

Sind die Farben nicht super? Ich höre praktisch das Meer rauschen.

Und nun ganz ordentlich zum Strang verschlungen.

  • Fasern: Merino
  • Lauflänge: 182,40 m
  • Gewicht: 78 g

Ich fand das Spinnen diesen Winter wieder sehr meditativ und habe dabei viel Hörbuch gehört. Fehlte nur noch das offene Feuer in der Hütte… Na, ich denke, so romantisch war das früher auch wieder nicht, wenn man bei schlechtem Licht spinnen musste und darauf angewiesen war. Aber das hier war ein Vergnügen.

Wollig

Ich habe ja im letzten Jahr angefangen, mit dem Spinnrad zu spinnen. Das erfordert vor allem Übung. Ich wollte ungern das Produkt vieler mühevoller Stunden entsorgen. Für etwas „richtiges“, wie eine Jacke oder eine Mütze, war es aber meist zu wenig Wolle und auch noch nicht gut genug gesponnen. Also habe ich aus meinen ersten Versuche einen Shawl gestrickt.

Das Ergebnis der ersten Spinnversuche.

Er ist an der einen Seite breiter als an der anderen. Die Wolle ist nicht immer gleich dick, es gibt Huppel. Sie ist mal mehr, mal weniger weich. Aber es ist alles selbst ! gemacht und ich bin unheimlich stolz darauf, etwas neues gelernt zu haben.

Und es besteht Hoffnung. Eigentlich wird die Qualität von rechts nach links immer besser…

Die weiße Wolle war der erste Versuch am Spinnrad.
Die grauen Fasern waren schon vorsortiert, aber ich konnte sie nicht richtig ausziehen.
Naturbelassene braune Wolle.
Noch mehr braun.
Und noch mehr braun.
Und ganz zum Schluss der allererste Versuch mit der Handspindel.

Jedenfalls hält mich das kleine Tuch schön war. Fehlt noch ein Shawl-Pin zum zusammenhalten. Bis dahin tut es eine Stricknadel…

Spinnereien im Februar

Zwischenzeitlich gehört das dauergeliehene Spinnrad nun wirklich mir. Wie schön!

Auch im Februar habe ich fleißig Garn gesponnen. Es braucht zwar noch viel Übung, aber man kann die Unterschiede deutlich sehen.

Noch im Januar habe ich die Gotland-Fasern mit Blue Faced Leicester versponnen. Es ist ein sehr schönes silbergrau geworden und die Wolle glänzt leicht. Immerhin 191 Meter habe ich aus den Fasern herausbekommen.

Gotland mit BFL

Das Garn wirkt schon etwas gleichmäßiger. Aufgrund des Farbtons möchte ich das Garn nicht für meine Stola einsetzen und habe es erstmal in eine neue Kiste für selbstgesponnenes Garn gepackt.

Gotland mit BFL

Als nächstes habe ich mich mit den Fasern vom Brazil in Mokka beschäftigt.

Brazil Mokka

Puh, das war nicht so einfach, weil die Fasern widerspenstig waren und sich nur mit viel Gefühl ausziehen ließen. Daher hat das Spinnen auch recht lange gedauert. Die Wolle ist nicht übermäßig weich geworden, aber das kann sich beim Stricken noch einmal verändern.

Schöner Farbton.

Wie man sieht, nicht furchtbar dünn, aber einigermaßen gleichmäßig. Immerhin konnte ich die Lauflänge auf 226 Meter steigern und habe zum ersten Mal die 200-Meter-Marke überschritten. Wow!

Bunter Rest von der Handspindel.

Das war das Überbleibsel auf der Handspindel. Fasern habe ich hiervon noch, aber ich kann nicht sehen, wann ich mich nochmal mit der Handspindel beschäftige. Also habe ich alles gut weggelegt und werde diesen Teil mitverzwirnen, wenn ich diese Fasern irgendwann auf dem Spinnrad habe.

Momentan bleiben ich aber noch bei den Natur-Fasern: Inzwischen BFL im Farbton Oatmeal.

Kammzug BFL

Die Hälfte habe ich schon versponnen, nun kommt der Rest dran.

Die erste Hälfte ist geschafft.

Diese Fasern verspinnen sich sehr leicht und lassen sich schön dünn ausziehen. Ich bin schon gespannt, wie das Garn dann fertig aussieht.