Archiv der Kategorie: Tücher

Shetland Lace

Passend zu meiner Reise nach Shetland habe ich mich im Sommer auch mit Shetland Lace beschäftigt.

Lacemuster haben auf den Shetland Inseln eine lange Tradition und waren ein sehr begehrter Exportartikel im viktorianischen England. Für die Shetländerinnen war es eine Chance, unabhängig von der Fischindustrie Geld zu verdienen. Also strickten sie wo und wann sie konnten Lace-Tücher, die dann nach England verschifft wurden. Das war natürlich nicht so romatisch, wie das gerade klingen mag. Die Frauen hatten ja nun nicht gerade viel Freizeit, die sie damit noch ausfüllen konnten und strickten so kurzerhand auch beim Gehen, wenn sie also beispielsweise Torf als Brennmaterial nach Hause trugen. Entspannend war das mit Sicherheit nicht.

Auf der Suche nach traditionellen Mustern bin ich schließlich wieder einmal in meinem Lieblingsbuch „Victorian Lace Today“ fündig geworden. Das Muster soll Muscheln nachbilden und war daher die perfekte Begleitung für meine Reise auf die Shetland-Inseln.

Am Anfang habe ich mich schwer getan, wie man hier sieht. Der Streifen glatt rechts musste sein, weil ich mit dem Muster komplett durcheinander gekommen bin. Ich musste noch einmal neu starten. Dann klappte es bestens.

Wie man hier gut sieht, ist das Ergebnis ein Hauch von Wolle, durch das Material sehr anschmiegsam.

Den Rand habe ich mit 6 M rechts gebildet.

Ich bin sehr zufrieden. Sowohl das Muster als auch die Farben der Wolle werden mich immer an die schönen Tage auf den Shetland-Inseln erinnern.

Details:

  • Wolle: Schoppel Hand Dye Collection Cat print
  • Material: 80% Schurwolle 20 % Seide (600 Meter/100 g)
  • Farbe: 2235 – gib mehr Grün
  • Nadeln: 4 mm
  • Muster: Miss Lambert’s Shetland Pattern for a Shawl (Victorian Lace today)

Diamanten

Diamanten gibt es auch gestrickt. Für eine Reise war ich auf der Suche nach einem interessanten Projekt und wurde wieder einmal im Buch „Victorian Lace Today“ fündig. Ich habe das Tuch aber ein wenig abgewandelt.

Das Diamantenmuster habe ich innnerhalb einer Reihe neun mal wiederholt und um ein paar kraus rechts gestrickte Randmaschen ergänzt. Zudem habe ich größere Nadeln als auf der Banderole angegeben verwendet, damit das Gestrick nicht zu dicht wurde.

Diamanten-Shawl.
Anfang/Ende.
Das Diamanten-Muster.
Schöne Farben.

Details:

  • Wolle: Schoppel Cat Print Hand Dye Collection, 6 Carat
  • Material: 80 % Schurwolle , 20 % Seide (600 Meter/100 g)
  • Farbe: 2234 – rot gewinnt
  • Nadeln: 3,5 mm
  • Muster: Diamond Pattern (Victorian Lace Today)
  • Wäsche: 40°C

Workshop mit Ciara Ni Reachtnin

Heute gab es im Museum for Country Life den nächsten Strickworkshop, dieses Mal mit Ciara Ni Reachtnin.

Wolle satt.

Auf dem Programm stand der Sionann Shawl. Sionann ist der gälische Name von Shannon, der Flussgottheit. Nach der irischen Mythologie ist der Fluss Shannon nach einer Frau benannt, die die Enkeltochter von Lir, dem keltischen Meeresgott, war.

Erstmal bekamen wir nur die Anleitung, noch keine Wolle. Denn bevor wir loslegten und alles mögliche falsch machten, sollten wir erstmal in der Anleitung die verschiedenen Zopfmuster-Stiche markieren. Die Anleitung ist äußerst komplex. Man muss wirklich fortlaufend in die Anleitung schauen, weil jede Reihe anders ist.

Dann ging es mit einem Knäuel stoca von An Irisch Knit Odyssey los. Diese Wolle besteht aus 75 % Merino und 25 % Nylon und hat 425 Meter pro 100 g. Also Sockenwollqualität. Es zog sich mal wieder das Farbthema grün durch. Ich habe mein Knäuel dann nochmal ausgetauscht und eines mit mehr türkis drin gefunden. Da die Wolle handgefärbt ist, ist letztlich jeder Strang anders.

Los geht’s…

Nach nur wenigen einführenden Worten legten wir selbständig los. Eine Erklärung gab es noch zu den Perlen, die mit einem kleinen Draht auf die Maschen gezogen werden. Das hatte ich bisher noch nie gemacht, und es ist wirklich super einfach. Nur halt nicht für die U-Bahn geeignet.

Mittendrin.

Neben Perlen hat das Tuch auch ein Zopfmuster am Rand, sehr attraktiv. Es legte sich dann eine große Ruhe über den Saal – so ruhig war es in unserer Gruppe die ganzen Tour noch nicht. Alle waren hochkonzentriert bei der Arbeit und so wuchsen die Tücher ein ganzes Stück. Die Zeit reichte natürlich nicht annähernd dafür aus, das Tuch zu vollenden. Das wird der ganzen Urlaub hier nicht richten. Aber es war ein sehr schöner Anfang. Ich kam immerhin bis zum Ende von Chart B.

Am Ende des Workshops.

Noch mehr Tücher

Im Winter bin ich ein paar Mal mit der Bahn gefahren. Hörbuch hören, stricken – so geht die Fahrt schnell rum. Allerdings wäre es zu viel, dabei eine komplizierte Anleitung zu lesen. Und mehrere Farben in x Knäueln auch. So viel Platz hat man ja in der Bahn nicht. Daher habe ich Immer-Wieder-Tücher gestrickt.

Immer-Wieder Tuch in braun

Und es entstand ein Immer-Wieder-Tuch in einem weinrot mit Metallfaden. Die Wolle schlummerte schon so lange in meinem Vorrat, dass ich noch nicht einmal mehr die Banderole hatte.

Und so erfreue ich mich einfach nur an den schönen Tüchern.

Immer-Wieder-Tuch

Ich liebe ja dieses Muster, weil es so einfach zu merken ist. Ich kann dabei wunderbar Hörbuch hören und überhaupt in der U-Bahn entspannt vor mich hinstricken.

Das Immer-Wieder-Tuch.

Um dennoch mal eine kleine Abwechslung zu haben, habe ich dieses Mal zwei verschiedene Farbstellungen genutzt.

Ich hatte noch die bunte Wolle von der „If I want exposure“ Aktion, die ich mit einem hellen Blau kombiniert habe, um etwas Ruhe in das ganze zu bringen.

Zwei-Farbige Version.

Das Blau greift einen blauen Farbton aus der bunten Wolle auf, auch wenn das nicht so heraus kommt.

Den Abschluss habe ich dann breit und bunt gemacht.

Bunter Rand zum Abschluss.

Ich bin zufrieden, es ist ein fröhliches Tuch geworden.

Details

  • Wolle: Baabaabrighouse, „If I want Exposure I’ll Get My Tits Out (Mulier Fortis) (Lauflänge: 400 m pro 100 g) und Lettisches Naturgarn (Lauflänge 270 Meter/100g)
  • Material: 75 % BFL, 25 % Masham British Wool (bunt); 70 % Schafswolle, 30 % Ziegenwolle (blau)
  • Muster: Immer wieder
  • Nadeln: 3,5 mm
  • Wäsche: 30 °C