Alles selbst ! gemacht

Momentan stelle ich nicht so viele Beiträge ein wie im Winter. Manchmal schaffe ich einen Beitrag pro Woche, manchmal einen im Monat. Aber immer gibt es hier selbst gemachtes auf die eine oder andere Art.

So habe ich selbst gebacken:

Derzeit gibt es herrliches Sommerobst, das verarbeitet werden will:

Und auch das Gemüse kommt so langsam:

Rucola Pesto.

Daneben bleibt nicht immer so viel Zeit zum Stricken, aber das kommt auch wieder.

Pullover Moray Star

in einer älteren Ausgabe des „Knitter – Deutschland“ entdeckte ich die Anleitung für einen Pulli mit dem Titel „Moray Star“, designed von Di Gilpin. Ich habe mich auf Anhieb in den Pulli verliebt.

In der Beschreibung wird er als feminine Variante der „Ganseys“ bezeichnet. Ganseys sind traditionelle britische Fischerpullover, die ursprünglich aus Wolle gestrickt wurden, die noch über ihren Lanonlingehalt verfügt und daher wasserabweisend ist. Das Auffällige an den Ganseys sind ihre wunderbaren Muster, die verschiedene Bedeutungen haben.

Die Umsetzung des Pulli war aber nicht ganz so einfach.

In der Original-Anleitung wird Lalland, ein schottisches Garn, verwendet. Dieses konnte ich hier nicht bekommen, und war aufgrund des Brexit nicht in der Laune, mich mit dem Zoll auseinander zu setzen. Also musste eine Alternative her.

Als erstes verwendete ich ein Garn vom Mondschaf, das ich ursprünglich für einen Schal zum neuen Mantel meiner besseren Hälfte gekauft hatte. Der Schal wurde aber nicht benötigt, und so lag das schöne Garn hier herum.

Das Garn eignete sich aber leider überhaupt nicht. Das Muster kam nicht zur Geltung. Das konnte ich mir erst eingestehen, als ich den gesamten Körper und das erste Spitzenteil am oberen Rand gestrickt hatte. Schließlich habe ich mir ein Herz gefasst und alles wieder aufgetrennt.

Im zweiten Versuch verwendete ich Merino superfein von Lana Grossa, Cool Wool. Davon hatte ich noch mehrere Knäuel in Grün, da ich daraus und einem zusätzlichen Garn früher Adventskränze gestrickt habe. Nachdem ich inzwischen alle Freunde und Familienmitglieder mit Kränzen versorgt habe, lag das Garn nur noch herum. Insofern eine gute Gelegenheit, den Stash abzubauen.

Das Muster kommt mit diesem Garn sehr gut heraus, und ich war endlich zufrieden.

Der Baum im Mittelpunkt des Musters ist übrigens nicht unbedingt ein Weihnachtsbaum, sondern der Tree of Life. Oft wird er als Laubbaum dargestellt, aber das macht sich halt in einem Strickmuster etwas schwer…

Als ich bei den Ärmeln angekommen war, ergab sich ein klitzekleines Problem Es sah ganz so aus, als würde die Wolle nicht reichen. Ganz naiv dachte ich, da würde ich einfach ein Knäuel nachbestellen. Tja… Die Wolle wird von Lana Grossa immer noch produziert, ein Klassiker. Aber die Farbe gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr.

Nach einiger Suche im Internet konnte ich sie in einem Wolleladen in den Niederlanden auftreiben. Am Ende löste ich zwei Bestellungen aus, wodurch ich mir die letzten verfügbaren Knäuel sicherte. Am Ende hatte ich zwei Knäuel übrig. insofern bin ich nicht ganz sicher, ob der Plan, den Stash abzubauen, wirklich aufgegangen ist.

Die nächste Herausforderung waren die Ärmel. ich strickte die Musterwiederholungen nach Anleitung, aber die Ärmel waren viel zu lang. Also musste ich sehr vorsichtig drei Musterwiederholungen auftrennen, um eine neue anzufügen. Die letzte Musterwiederholung wurde nämlich offen gestrickt, nicht in der Runde. Das konnte ich also nur durch Neustricken beheben.

Der Pulli wurde zunächst von unten nach oben bis auf Brusthöhe in der Runde gestrickt. Dann wurde in Vorder- und Hinterteil geteilt und das Spitzenmuster weiter gestrickt. Die Ärmel wurden vom Bündchen nach oben gestrickt und angenäht.

Aber immerhin ist ein wunderschöner Pulli entstanden. Lustigerweise trage ich selbst überhaupt kein grün, so dass er wohl als ein Geschenk an eine junge Dame gehen wird. Ich habe da schon jemanden im Kopf. Bei diesem Werk habe ich sehr viel gelernt und bin froh, dass ich den nicht ganz einfachen Pulli gemeistert habe.

Details:

  • Wolle: Merino superfein von Lana Grossa
  • Material: 100 % Schurwolle, filzfrei.
  • Lauflänge: 160 m/50 g
  • Farben: 553 Grün
  • Nadeln: 3 mm und 4 mm
  • Muster: Moray Star von Di Gilpin
  • Wäsche: 30°C Wollwäsche

Stephen West: Painting Stripes

Anfang des Jahres kam das erst Hardcover Buch von Stephen West (Painting Shawls) heraus. Das musste ich unbedingt haben und hatte Glück, sogar eine signierte Ausgabe zu erhalten.

Das Buch gefällt mir sehr gut, und ich möchte am liebsten alle Tücher sofort nachstricken. Da dazu leider die Zeit fehlt, musste ich mich für ein Projekt entscheiden, was gar nicht so einfach war. Zusammen mit meiner Freundin in Amsterdam habe ich letztlich den Painting Stripes Shawl ausgesucht.

Dieser wird aus Wolle in Sockenwollstärke gestrickt, war also ideal zur Restverwertung. Ich habe im Fundus zwei Knäuel petrolfarbene Wolle gefunden und dann meine vielen, vielen Rest zusammen gestellt und schließlich nach Farben sortiert.

Das war meine Farbpalette:

Zunächst habe ich die Farbe willkürlich gegriffen. Ein Verlauf gefiel mir dann aber doch besser.

Der Shawl hat drei Teile, die aneinander gestrickt werden. Nachdem ich das Grundprinzip verstanden hatte, ging es relativ entspannt voran.

Und so ist dieser wunderschöne Shawl entstanden.

Er wird demnächst auf die Reise gehen und jemand anderes hoffentlich sehr glücklich machen.

Details:

  • Wolle: Sockenwolle
  • Material: 75 % Merino, 25 % Polyamid (in der Regel)
  • Lauflänge: 420 m/100 g
  • Farben: bunt
  • Nadeln: 3,5 mm
  • Muster: Painting Stripes Shawl by Stephen West (Painting Shawls)
  • Wäsche: 30°C Wollwäsche

Spinnfaser-Adventskalender von Regenbogenwolle

Mit Spinnfaser-Adventskalendern muss man sich weit im voraus beschäftigen, so begehrt sind sie. Im Dezember 2020 hatte ich einen Kalender vom Wollschaf mit Naturfarben, der mir viel Spaß gemacht hatte. In 2021 wollte ich ein Upgrade machen und war ganz scharf auf den Kalender von Regenbogenwolle. Leider weiß man nie so genau, wann der Kalender in den Shop kommt und so habe ich oft vergeblich nachgeschaut. Und dann hätte ich es beinahe verpasst, weil ich im Urlaub war und meine Nachschau-Routine ganz vergessen hatte.

Es hat aber noch geklappt und zum Glück! Der Kalender war sehr liebevoll in Tüten verpackt. Es gab sogar noch zusätzliche Geschenke als kleine Überraschung. Besonders nett war, dass das Paket in Absprache erst losgeschickt wurde, als ich aus dem Urlaub zurück war.

Der Dezember kam, und ich habe das erste Tütchen geöffnet. Aber dann war schnell klar, dass der Dezember mal wieder alle Energie und Zeit für andere Dinge in Anspruch nimmt. Ich habe gleich aufgegeben und den Kalender für den Januar gelassen. So habe ich dann erst angefangen, die Fasern zu verspinnen und bin Ende März fertig geworden.

Der Kalender stand unter dem Motto „Castles and Dreams“ und ist sehr gelungen. Die Tagesportionen ergaben einen Farbverlauf. Da ich noch nicht so erfahren bin beim Spinnen, habe ich eine Weile überlegt, wie ich das am besten bewerkstellige. Ich habe mich dann dafür entschieden, die Tagesportionen zu teilen, jeweils vier halbe Portionen hintereinander zu verspinnen und dann miteinander zu verzwirnen. So habe ich ein Verlaufsgarn erstellt, das mir sehr gut gefällt.

Tage 1 bis 4
Tage 5 bis 8
Tage 9 bis 12
Tage 13 bis 16
Tage 17 bis 20
Tage 21 bis 24

Nach dem Zwirnen kam das Garn ins Entspannungsbad.

Die nächste spannende Frage ist nun: Was wird daraus?

Zusammensetzung: 50 % Merino, 25 % Tussahseide, 15 % Bio-Nylon.