Workshop bei Aine Dunne

Unser letzter Workshop auf der Strickreise war gestern ein Workshop zu Spinnen mit der Handspindel und Weben mit Aine Dunne.

Aine Dunne ist eine Tapestry Weberin und stellt unheimlich schöne Wandbehänge her. Ihre Werke sind unter anderem bei LinedIn in Dublin und im The Stephen’s Green Hotel in Dublin zu finden.

Dazu fuhren wir in ein Community Center in der Nähe von Drogheda. Die Straßen auf dem Weg dorthin waren wirklich sehr schmal und eng. Zur Krönung gab es noch eine Umleitung wegen einer gesperrten Straße. Unser armer Busfahrer Brian!

Neben dem Community Center lag dieser wunderschöne Garten. Da hatte jemand viel Spaß bei der Gestaltung und eben auch schön viel Platz. Nun kann ich wenigstens sagen, dass ich in Irland auch einen Drachen gesehen habe.

Zunächst ging es an die Handspindeln. Das war ja an sich nichts neues für mich, und das handspinnen mit der Handspindel ist nicht unbedingt meine geliebteste Tätigkeit. Interessant war aber, dass wir ungewaschene Schafswolle direkt vom Schaf verwendet haben, also auch ohne Kardieren und ähnliches. Und das klappt auch. Es ist natürlich nicht so fein wie ein Kammzug, aber die Grundzüge kann man auch damit nachvollziehen. Und ungewaschene Wolle zu verspinnen ist besser als jede Handcreme.

Als nächstes bekamen wir ein Stück Alpaka-Fasern. Die Alpakafaser war sehr weich und hatte eine gute Stapellänge zum Spinnen. Dann war die Zeit fürs Spinnen auch schon um, und wir wickelten den Faden zu einem kleinen Knäuel. Zum Zwirnen war keine Zeit.

Nachdem wir uns mit Tee und Backwerk gestärkt hatten, bekamen wir Webrahmen. Diese bestanden ganz rudimentär aus einem Holzrahmen aus zusammen geschraubten Leisten und waren mit einfachem Garn aufgesetzt. Zum Weben nutzen wir Garn, unser Selbstgesponnenes und Filzwolle. Eigentlich ging so gut wie alles, was uns unter die Finger kam. Hieraus entstanden die schönsten, buntesten Kunstwerke. Jeder hatte etwas anderes im Sinn und alles hatte seinen ganz eigenen Charme. Aine half uns dann, unsere Webarbeiten mit Weberknoten zu sichern und vom Rahmen zu nehmen.

Dann war es leider schon wieder Zeit, in den Bus einzusteigen. Brian brachte uns wohlbehalten zurück nach Dublin, wo wir unser Abschlussdinner hatten und einen wunderbaren Urlaub feierten.

Besuch bei den Alpakas

Streng genommen ist das kein Kreativ-Post. Aber auf unserer Strickreise in Irland hatten wir heute so schöne Stunden, dass ich das einfach festhalten muss.

Heute früh starteten wir in Belfast und fuhren in den Ort Dromara in County Down zu Michelle Dunniece, welche die Farm Mourne Alpacas betreibt. Michelle war sehr gut zu uns und hat uns sozusagen in ihrem Wohnzimmer an einem Sonntag willkommen geheißen, obwohl sie vermutlich auch noch andere Dinge zu tun hatte.

Michelle hält eine Herde von 250 Alpakas, von denen wir einige kennen lernen durften. Michelle gab uns viele Informationen zum Liebesleben von Alpakas, zum Geburtsvorgang und zur Wolle.

Alpakas werden oft an die 20 Jahre alt und entwickeln jedes Jahr ein wunderbares Fel. Sie sind wunderbare Aufpasser und beschützen Schafe mit ihren neugeborenen Lämmern. Auch Hühner beschützen sie. Die Tiere sind neugierig und freundlich. Ganz aufmerksam beobachteten sie unsere Gruppe und auch den neuen Welpen der Familie, einen irischen Wolfshund.

Michelle schert die Wolle, zusammen mit ihrem Mann und einem professionellen Scherer. Alpakas sind beim Scheren wohl nicht so geflasht wie Schafe und ja auch viel größer. Aber die Wolle muss eben runter.

Es gab natürlich Wolle in Strängen und aufgewickelt sowie Spinnfasern. An die Spinnfasern habe ich mich noch nicht so herangetraut, weil das aufgrund der kurzen Stapellänge schwierig werden könnte. Ich habe dann aber zwei Knäuel Wolle erstanden, Hare’s Tail (100 g, 185 Meter). Die Farben changieren und ergeben so aus weiß, schwarz und hellgrau einen lebhaften Grauton. Beverly aus der Gruppe hat mir beim Aussuchen geholfen. Die Wolle war nicht billig, ist aber sehr schön weich. Wo kann man schon Wolle kaufen, wo das Tier dazu nebenan steht… Mal sehen, was ich aus dieser Wolle schönes herstellen werden.

So waren wir mit unserem Besuch hier sehr zufrieden. Brian brachte eine glückliche Busladung wieder zurück nach Belfast.

Fotos werden nachgereicht.

Workshop bei Edel MacBride

Heute hatten wir einen großartigen Workshop bei der irischen Designerin Edel MacBride in Stranorlar.

Edel überträgt die traditionellen Aran-Muster in moderne Formen und moderne Kleidungsstücke, ohne dass die Muster an ihrer Schönheit verlieren. Sie ist nicht nur Designerin, sondern unterrichtet auch, was man gleich merkt. Ihre Herangehensweise an den Workshop war sehr professionell.

Auf dem Programm standen verschiedene Aran-Muster und ihre Bedeutung. Wir starteten mit einfachen Mustern: single moss stich, double moss stich und double double moss stich. Als Wolle verwendeten wir die weiße Donegal bainin wool und das Sliabh Liag Garn, das Edel selbst designt hat.

Als nächstes wurde es dann etwas komplizierter mit dem Soft Honeycomb. Edel erklärte uns die Methode, für die man ohne eine Zopfnadel auskommt. Das ist bei einem einseitig verschränkten Zopf relativ einfach, weil man erst in die zweite Masche und dann in die erste Masche einsticht. Man kann dies aber auch mit Zöpfen machen, die etwas weiter sind. Es wird dann meist ein wenig eng auf den Nadeln. Aber auch das ist machbar, weil man zur Not zwei der schon gestrickten Maschen von den Nadeln nehmen kann. Die anderen Maschen können sich nicht aufräufeln, weil sie gesichert sind.

Der Soft Honeycomb Stich kam auf meinem Beispiel leider nicht so gut heraus.

Die Krönung war dann der Blackberry Stich, auch Trinity Stich genannt. In der ersten Reihe sieht er nach gar nichts aus, aber dann kommt das Muster zu Tage, und es ist einfach wunderbar.

Edel erzählte uns noch, dass es eine Theorie hinsichtlich der Aran-Muster gibt, nach welcher die Muster in erster Linie dazu dienten, ertrunkene Fischer identifizieren zu können. Sie teilt diese Theorie aber nicht, weil die Mehrheit der Fischer ja ein erfülltes Leben führte und denkt eher, dass mit den Mustern gute Wünsche und Schutz verbunden waren. Der Blackberry Stich zum Beispiel symbolisiert eine erfolgreiche Ernte und ist ein Emblem für das von Gott gegebene Leben..

Auf den Weg bekamen wir noch das Muster für das Cathleen Cape. Ich bin gespannt, wann ich mal dazu kommen werden.

Ein toller Workshop.

Fotos werden nachgereicht.

Workshop mit Ciara Ni Reachtnin

Heute gab es im Museum for Country Life den nächsten Strickworkshop, dieses Mal mit Ciara Ni Reachtnin.

Auf dem Programm stand der Sionann Shawl. Sionann ist der gälische Name von Shannon, der Flussgottheit. Nach der irischen Mythologie ist der Fluss Shannon nach einer Frau benannt, die die Enkeltochter von Lir, dem kelten Meeresgott, war.

Erstmal bekamen wir nur die Anleitung, noch keine Wolle. Denn bevor wir loslegten und alles mögliche falsch machten, sollten wir erstmal in der Anleitung die verschiedenen Zopfmuster-Stiche markieren. Die Anleitung ist äußerst komplex. Man muss wirklich fortlaufend in die Anleitung schauen, weil jede Reihe anders ist.

Dann ging es mit einem Knäuel stoca von An Irisch Knit Odyssey los. Diese Wolle besteht aus 75 % Merino und 25 % Nylon und hat 425 Meter pro 100 g. Also Sockenwollqualität. Es zog sich mal wieder das Farbthema grün durch. Ich habe mein Knäuel dann nochmal ausgetauscht und eines mit mehr türkis drin gefunden. Da die Wolle handgefärbt ist, ist letztlich jeder Strang anders.

Nach nur wenigen einführenden Worten legten wir selbständig los. Eine Erklärung gab es noch zu den Perlen, die mit einem kleinen Draht auf die Maschen gezogen werden. Das hatte ich bisher noch nie gemacht, und es ist wirklich super einfach. Nur halt nicht für die U-Bahn geeignet.

Neben Perlen hat das Tuch auch ein Zopfmuster am Rand, sehr attraktiv. Es legte sich dann eine große Ruhe über den Saal – so ruhig war es in unserer Gruppe die ganzen Tour noch nicht. Alle waren hochkonzentriert bei der Arbeit und so wuchsen die Tücher ein ganzes Stück. Die Zeit reichte natürlich nicht annähernd dafür aus, das Tuch zu vollenden. Das wird der ganzen Urlaub hier nicht richten. Aber es war ein sehr schöner Anfang. Ich kam immerhin bis zum Ende von Chart B.

Fotos werden nachgereicht.

Aran Islands Workshop mit Una McDonagh

Am Dienstag, den 10. September 2019, hatten wir einen Strick-Workshop mit Una McDonagh zum breitgefächerten Thema Aran-Muster.

Aran bezeichnet zum einen eine bestimmte Wollstärke, zum anderen aber auch traditionelle Strickmuster. Diese wurden ursprünglich für Fischer-Pullover genutzt. Früher wurde dafür Wolle verwendet, in der noch das Lanolin, das Wollfett enthalten war. Dadurch waren die Pullover wasserabweisend, was in einer Zeit ohne Funktionsklamotten sehr praktisch war.

Una erzählte uns, dass die Kinder früher zur Erstkommunion ihren ersten Aran-Pullover bekamen. Davor hatten sie einfache, unverzierte Kleidungsstücke. Je nach Kunstfertigkeit wies dieser erste Aran-Pullover verschiedene Muster auf. Die Strickerinnen hatten alle so ihre Lieblingsmuster. Daher konnte man anhand der Muster oft sagen, wer ein Kleidungsstück hergestellt hatte. Außerdem verkleideten sich die Kinder zu Halloween mit den alten Kleidungsstücken ihrer Eltern und Großeltern: die Mädchen mit den Pullis der männlichen Familienmitglieder und die Jungs mit den Röcken und Tüchern der weiblichen Familienmitgliedern. Das Gesicht des Kindes wurde dann von einer Maske verdeckt. Aber anhand der Kleidung und der Muster konnten die Leute oft erkennen, welches Kind dahinter steckte.

Unser Projekt für den Workshop war ein Stirnband mit einem Chain Link Cable Stich, der von Unas Granny Sharry inspiriert ist. Als Wolle bekamen wir Donegal Aran Tweed von Studio Donehal (50 g, 80 Meter) in naturweiß (Shade 1A 1443, Lot K417) zur Verfügung gestellt.

Gemeinsam schlugen wir die Maschen mit dem Cable Cast On an. Ich war mir nicht so sicher, was das ist, weil ich nicht immer die richtigen englischen Begriffen für die Techniken kenne. Außerdem gibt es unterschiedliche Bezeichnungen im europäischen Englisch und im amerikanischen Englisch, was stets zu Verwirrung in unserer Gruppe führt. Aber Una kam ganz geduldig an jeden Tisch und erklärte jeder die richtige Methode.

Das Zopfmuster ist wirklich sehr schön und mit der Wolle sind die Stiche sehr gut definiert. Una zeigte uns noch eine Methode, mit der wir das Muster mit nur einer Zopfnadel stricken können und dadurch etwas schneller sind. Das erfordert aber einigen Mut, da die Stiche für kurze Zeit außerhalb der Nadel sind. Ob das so meine bevorzugte Methode ist, weiß ich nicht so richtig.

Als Zugabe zeigte uns Una noch ein Muster mit dem schönen Namen „Snail’s Trail“. Das hat mir gut gefallen, wie überhaupt der ganze Workshop.

Nun stricke ich das Stirnband alleine fertig.

Fotos werden nachgereicht.