Herbstkissen

Das Sofa brauchte im Oktober neue, jahreszeitlich passende Kissen. Also habe ich aus diesem schönen Blätterstoff fix welche genäht.

Ich habe dieses Mal auf Knöpfe verzichtet und einen Hotelverschluss gewählt. Die Knöpfe vertragen sich nicht wirklich mit dem Leder.

Schön gemütlich ist es jetzt wieder auf dem Sofa!

Shannon Shawl

In unserem Workshop im Museum in Irland haben wir den Shannon Shawl begonnen. Ich habe meinen Anfang Oktober 2019 fertig gestellt.

Das ist ein Beispiel für ein Tuch, das unbedingt gespannt werden muss, weil man sonst seine Schönheit gar nicht erkennen kann. So kommen zum Beispiel die geschwungenen Linien am äußeren Rand erst durch das Blocken richtig heraus.

Beim Spannen.

Die Anleitung war relativ kompliziert, wobei sich einige Passagen aber wiederholten und man nach eine Weile in die Konstruktion einigermaßen rein kam. Noch mal würde ich das Tuch aber ehrlich gesagt nicht stricken. Irgendwie war es doch nicht so die reine Freude. Aber ich bin froh, dass ich durchgehalten habe.

Hier noch einige Eindrücke:

Der Schal von oben.

Schön finde ich die Lace-Kante an der Unterseite. Sie erinnert mich an Fischernetze.

Lace-Kante.

Das Zopfmuster am oberen Rand ist auch schön, aber die Kante neigt dadurch leider dazu umzuknicken.

Zopfmuster am Rand.
Shannon Shawl.

Details:

  • Wolle: An Irish Knit Odyssey/stoca
  • Material: 75% Merino, 25 % Nylon
  • Lauflänge: 425 m/100 g
  • Farbe: individuell
  • Nadeln: 3,25 mm
  • Muster: Sionann (Shannon)
  • Wäsche: Handwäsche

Warme Hände

Von der Eulenwolle war noch etwas übrig, also habe ich daraus noch fingerlose Handschuhe gemacht. Die finden immer Verwendung, entweder bei uns oder als Geschenk.

Warme Hände bescheren diese Handschuhe.

Details:

  • Wolle: West Yorkshire Spinners, Signature 4ply
  • Material: 75% Schurwolle superwash, 25 % Nylon
  • Lauflänge: 400 m/100 g
  • Farbe: Owl 877
  • Größe: Einheitsgröße
  • Nadeln: 2,5 mm
  • Muster: Woven Fingerless Gloves von Laura Hein Eckel
  • Wäsche: 30°C, kein Trockner

Auch von der roten Wolle gab es Reste, mit denen ich das gleiche gemacht habe.

Rote Handschuhe.

Ein Strickhase

Vor kurzem habe ich mich schon über gestrickte Diamanten gewundert. Aber nun weiß ich, dass man sogar Hasen bzw. Kaninchen stricken kann und zwar wunderbar.

Meine große Patentochter hatte ein Kaninchen als Haustier – Mr. Nibbles. Leider ist er vor einen Weile gestorben, und sie vermisst ihn sehr. Meine Freundin wollte ihr zur Erinnerung einen Stofftier-Kaninchen kaufen, aber es waren keine zu finden, die Mr. Nibbles auch nur ähnlich waren.

Mr. Nibbels.

Schließlich kamen wir beide auf die Idee, dass ich zum Geburtstag doch einen Hasen stricken könnte. Zusammen wählten wir aus verschiedenen Anleitungen einen aus, der Mr. Nibbles ähnlich schien. Ganz wichtig waren schöne Schlappohren.

Ich erwarb die Anleitung „Rabbit Breeds: Grey Holland Lop“ von Claire Garlan und die passende Wolle dazu, aber in Mr. Nibbles-Farben. Der Wollversender war wieder mal einer von denen, die Wolle vakuumiert verschicken. Das tut mir immer in der Seele weh…

Und dann ans Werk. Das dauerte alles viel länger, als ich vorher so gedacht hatte. Zwar strickt man den Hasen so gut wie in einem Stück, aber es gibt so viele Details. An einem Punkt habe ich eine Stunde über der Anleitung gebrütet, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, was die Autorin meint… Dann habe ich es gemacht, wie ich meinte, und das war prompt falsch. Nun gut. Es ging auch so.

Strick-Hase

Viel zu spät, nämlich erst nach dem Geburtstag, wurde der kleine Kerl fertig. Aber ich fürchte, meine Patentochter ist in dieser Hinsicht Kummer gewohnt. Jedenfalls ist er inzwischen gut angekommen und er gefällt ihr sogar!

Auf der Bank.

Der Hase ist schön weich und flauschig geworden. Das liegt daran, dass jeweils zwei Farben von der schon sehr weichen Merinowolle mit einer Farbe Mohair kombiniert wurde. Zudem wurde das Gestrick so recht dicht, damit man die Füllung nicht durch sieht.

Und im Portrait.
Eine Handvoll Hase.

Ich hoffe, meine Patentochter hat viel Freude an ihm und erinnert sich so an die schöne Zeit mit Mr. Nibbles.

Details:

  • Wolle: Viking of Norway Baby (100 % Merino) und Rico Essentials Super Kid Mohais loves Silk (70 % Mohair, 30 % Seide)
  • Farben: schwarz, anthrazit, weiß, rosa, grau
  • Nadeln: 3,75 mm
  • Muster: Grey Holland Lop von Claire Garlan
  • Wäsche: Handwäsche

Fair Isle Strickjacke

Ein Jahr und neun Monate. So lange habe ich an dieser Strickjacke gearbeitet. Nun bin ich extrem stolz.

Fair Isle Strickjacke.

Es war eine Herausforderung für mich, die Techniken zu meistern. Ich habe unendlich viel dabei gelernt.

Nahaufnahme vom Muster.

Zum einen: Mehrfarbiges Stricken.

Yoke und Knopf.

Zum anderen: Yoke. Hierzu hatte ich sogar im letzten Jahr einen Workshop in Edinburgh. So war ich schon gut darauf vorbereitet. Aber mit den vielen Farben war es dann in der Praxis bei der Strickjacke doch noch mal ein wenig anders.

Zum weiteren: Suche die Knöpfe erst aus, wenn die Strickjacke fertig ist. Ich habe zwischendrin beim Stricken gedacht, ich müsse nun endlich die Knöpfe kaufen und habe hübsche Holzknöpfe ausgesucht. Die waren dann aber viel zu groß und klobig für die Jacke. also bin ich spontan los zum Wolleladen meines Vertrauens und habe andere ausgesucht.

Oben schön.

Die Ärmel sind ebenfalls Fair Isle, aber immerhin mit einem etwas leichteren Muster, so dass es schneller ging.

Ärmel schön.

Außerdem habe ich Steeken gelernt. Die Strickjacke wird im ersten Schritt in Runden auf der Rundstricknadel gestrickt. Erst der Körperteil bis zu den Ärmelansätzen, dann die zwei Ärmel. Alles wird zusammengefasst und dann kommt das Yoke, also die Abnahme oben am Halsteil, welche die typische runde Form oben ergibt. Hintergrund dafür ist, dass es sich mehrfarbig in Runder schneller strickt als in Reihen, denn in den Runden muss man nur rechte Maschen stricken und kann außerdem die andere Farbe leichter mitführen als bei linken Maschen. Das bedeutet aber, dass gesteekt werden muss. Dafür wird das Gestrick vorne durchgeschnitten. Ja, du liest richtig. An dieser Stelle habe ich mein Werk erstmal zwei Wochen lang angeschaut, bis ich genug Mut hatte, die Schere anzusetzen. Eigentlich ist alles nicht so schlimm, weil man zwei Sicherheitslinien rechts und links vom Schnitt hochhäkelt, dann schneidet und die Ränder umklappt und festnäht. Es ist also nicht so, als ob da Maschen laufen könnten. Aber allein die Vorstellung…

In ihrer ganzen Pracht.

Ein Wort noch zur Wolle. Unten steht so schlicht: 100 % Wolle. Das Garn ist aber von verschiedenen seltenen Schafsrassen gesponnen, so zum Beispiel Teeswater, Wensleydale and Leicester Longwool. Außerdem enthält sie 30% Cornish Mule, eine weitere seltene Schafsrasse. Die Farben sind nach Cornischen Flüssen benannt, da die Firma dort ihren Ursprung hat.

Nun ist die Jacke fertig, und der Winter kann kommen. Sie ist schön warm, da sie sozusagen doppelt ist. Ich freue mich schon darauf, sie zu tragen.

Details:

  • Wolle: Blacker Yarns/Tamar Lustre Blend 4ply
  • Material: 100 % Wolle
  • Farben: Kensey, Red River, Camel, Shales Brook, Tresillian, Whity Brook, Ottery
  • Größe: 34
  • Nadeln: 2,5 mm und 3 mm
  • Muster: Mary Henderson/Cardigan Jura (The Knitter D)